Täglich liefern 100 Lastwagen an

DETAILHANDEL ⋅ Das Aldi-Suisse-Verteilzentrum in Perlen lässt hinter die Kulissen blicken. Nach dem stufenweisen Aufbau läuft das Logistikzentrum nun im Vollbetrieb. Von Perlen aus werden 60 Filialen bedient.
15. Mai 2017, 05:00

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

30 000 Besucher liessen es sich am Sonntag – trotz Muttertag – nicht nehmen, das Verteilzentrum in Perlen zu besichtigen: Denn Aldi Suisse hatte Tag der offenen Tür. Bereits nach rund zwei Stunden waren ebenso viele Gratis-Würste verzehrt.

Seit Anfang Mai herrscht hier Vollbetrieb. In Perlen teilen sich die 200 Angestellten rund 15 000 Stellenprozente. Darunter sind sechs Lernende in der Verwaltung und drei in der Logistik zur Ausbildung. Dabei lege das Unternehmen Wert darauf, die Lernenden später im Betrieb weiterzubeschäftigen, wie Mediensprecher Steven Loepfe sagt: «Wir sind nun das 12. Jahr in der Schweiz vertreten. Von den bisher 225 Lernenden sind insgesamt 169 Personen in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen worden.»

Das 157 300 Quadratmeter grosse Gebäude wurde letztes Jahr erstellt und seither stufenweise in Betrieb genommen. Es umfasst das Trockenlager, ein Tiefkühlzentrum und das Verwaltungsgebäude. Das Verteilzentrum sei nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten gebaut. Rund 80 Prozent des Wärmebedarfs des gesamten Verteilzentrums und 100 Prozent des Kühlbedarfs des Verwaltungsgebäudes sind über Wärmepumpen unter Nutzung des Grundwassers gedeckt, wie Loepfe ausführt. Dies ergebe eine CO2-Ersparnis von gegen 320 Tonnen pro Jahr.

Kürzere Transportwege dank Standort

Vom Verteilzentrum aus werden täglich 60 Filialen der Region Zentralschweiz und Tessin be­liefert. Dazu fahren pro Tag 100 Lastwagen Perlen an. Der Vorteil: «Die Durchschnittsentfernung für die Belieferung der Filialen reduziert sich mit dem Standort Perlen um über 20 Prozent gegenüber dem alten Standort in Dagmersellen», so Loepfe. Damit habe sich die Tourenlänge pro Lastwagen und Tag auf 142 Kilometer reduziert.

Die Hälfte des Sortimentes bezieht Aldi von Schweizer Lieferanten und teilt sich in 70 Prozent Food- und 30 Prozent Non-Food-Produkte auf. Der Grossverteiler setzt bewusst auf Schweizer Produktion, auch im Non-Food-Bereich. So würden etwa die Geschenkkörbe in der Stiftung Brändi in Sursee angefertigt. Auch ist Aldi im Dialog mit Produzenten, um das IP- und Bio-Suisse-Label nutzen zu können. Zwar würden sie die Qualitätsanforderungen erfüllen, doch die anderen grossen Detailhändler würden betreffend Labelnutzung ihren Einfluss geltend machen, wie Aldi-Suisse-Chef Timo Schuster letzten Sep­tember gegenüber unserer Zeitung sagte.

Zudem setzt der Grossverteiler auf Nachhaltigkeit, weshalb die baulichen Vorkehrungen für die Errichtung einer Fotovoltaikanlage auf dem grossflächigen Hausdach bereits installiert sind.

  • 30'000 Besucher liessen es sich am 14. Mai 2017 nicht nehmen, und einen Blick ins neue Verteilzentrum in Perlen zu werfen. (© Philipp Schmidli)
  • Fein säuberlich aufgereiht sind die Paletten. (© Philipp Schmidli)
  • Seit Anfang Mai herrscht hier Vollbetrieb. (© Philipp Schmidli)

Das Aldi-Suisse-Verteilzentrum in Perlen lässt am 14. Mai hinter die Kulissen blicken. Nach dem stufenweisen Aufbau läuft das Logistikzentrum nun im Vollbetrieb. Von Perlen aus werden 60 Filialen bedient. Die Bilder.


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