Kommentar

Täter beim Pass nennen

Alexander von Däniken über die Nennung der Nationalität von Verdächtigen.
08. November 2017, 20:14

Ob bei Gewaltverbrechen oder Drogendelikten: Luzerner Polizei und Staatsanwaltschaft kommunizieren praktisch immer von sich aus die Nationalität der mutmasslichen Täter. Das entspricht auch der Praxis aller anderen Kantone.

Nur die Stadt Zürich schert jetzt aus – weil man den Eindruck nicht schüren wolle, gewisse Nationalitäten seien kriminell. Mit Verlaub: Fast alle Kriminalitätsstatistiken schlüsseln auf, welche Staatsbürger am häufigsten gegen Gesetze verstossen.

Diese Transparenz ist wichtig für einen Staat, in dem die Bürger bei Gesetzen das letzte Wort haben. Sonst droht den Behörden der Vorwurf von staatlicher Zensur. Prompt will die SVP des Kantons Zürich mit einer Volksinitiative gegen «Polizeizensur» kämpfen.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch


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