TCS schwächt Standort Emmen: 80 Arbeitsplätze werden verlegt

ZENTRALISIERUNG ⋅ Weil der Touring Club seine Kräfte in Genf und Bern bündeln will, müssen 80 Mitarbeiter ihren Arbeitsort wechseln. Trotzdem begrüsst der Zentralschweizer Sektionspräsident den Entscheid.
13. Januar 2018, 05:00

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Die Nachricht kommt überraschend und ist für die Angestellten ein ziemlicher Schock: Die administrativen Abteilungen des Touring Clubs der Schweiz (TCS) in Emmen werden per 2020 geschlossen und stattdessen in die Region Bern verlegt. Davon betroffen sind rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Anfrage bestätigt TCS-Mediensprecher Daniel Graf die Schliessung, auf die unsere Zeitung durch ein ano­nymes Schreiben aufmerksam gemacht worden ist.

Daniel Graf begründet die Verlegung so: «Der TCS will künftig alle seine administrativen Tätigkeiten und Funktionen des Zentralclubs an den zwei Standorten Bern und Genf bündeln.» Zusätzlich zum bisherigen Hauptsitz in Vernier GE soll im Grossraum Bern somit ein zweiter Standort entstehen. Dieser werde die administrativen Aktivitäten, die heute in Schönbühl BE, Bern, Volketswil ZH und Emmen ausgeführt werden, bündeln.

Wo genau der neue Standort sein wird, wissen die Verantwortlichen noch nicht, derzeit sind sie auf der Suche nach geeigneten Büroräumlichkeiten. Weil in Schönbühl und Bern bereits heute um die 350 TCS-Mitarbeiter tätig sind, dränge sich eine ­Zusammenführung im Raum Bern auf, sagt Graf.

Arbeitsort ist neu der Grossraum Bern

Was aber bedeutet der Entscheid für die 80 Betroffenen in Emmen? Werden manche Stellen gar gestrichen? Laut dem anonymen Schreiben ist die Verunsicherung unter den Mitarbeitern nach dem Entscheid gross und die Stimmung entsprechend schlecht. Graf gibt allerdings Entwarnung: «Die Stellen werden nicht gestrichen. Der TCS will weiterhin auf das Know-how der Mitarbeiter zählen können und ist deshalb bestrebt, die Stellen mit den bisherigen Mitarbeitenden besetzt zu behalten. Arbeitsort ist jedoch neu im Grossraum Bern.» An allfälligen Umzugskosten werde sich der TCS beteiligen.

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Der Standortentscheid fiel im letzten September. Laut Graf wurden die Betroffenen «sofort und umfassend darüber informiert». Allen wurde zusätzlich der Verbleib beim TCS in Emmen für mindestens zwei Jahre garantiert.

Die Verlegung wird derweil auch von Peter Schilliger, Luzerner FDP-Nationalrat und Präsident der TCS-Sektion Waldstätte, begrüsst, weil der TCS so «effizienter werden kann». Schilliger sagt aber auch: «Die Arbeitsplätze verliere ich selbstverständlich nicht gerne aus unserer Region.»

Fahrzentrum bleibt bestehen

Das technische Zentrum der TCS-Sektion Waldstätte in Emmen, in dem etwa Motorfahrzeugkontrollen und Weiterbildungskurse für Neulenker stattfinden, bleibt ­inklusive aller Mitarbeiter weiterhin bestehen, so Graf. Dennoch drängt sich die Frage auf, ob die Revision der Fahrausbildung auf Bundesebene, bei der auch einer der obligatorischen Weiterbildungskurse für Neulenker gestrichen werden soll (siehe Kasten), Auswirkungen auf die Auslastung des Fahrzentrums und somit auf dessen Rentabilität haben wird. Laut Graf ist dies nicht der Fall, weil diejenigen Lektionen gestrichen werden sollen, die nicht im Fahrzentrum stattfinden.

 


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