Über 500 Personen wollten den «Burning Man» in Flammen sehen

SCHÖTZ ⋅ Eine Feuersbrunst hat am Samstag den Schötzer Nachthimmel erhellt: Träff Schötz hat mit «One Burning Man» für einen Grossaufmarsch im Luzerner Hinterland gesorgt.
28. August 2017, 10:16

Es gehört zu den grössten Projekten in der Vereinsgeschichte des Kulturvereins Träff Schötz: Am Samstag lud die Truppe zum Abtanzen und Abfackeln: Auf dem ehemaligen Schötzer Zivilschutzareal war «One Burning Man» angesagt. Träff Schötz holte damit das Burning-Man-Festival aus der Wüste Nevadas ins Hinterland: Geboten wurden sieben One-Man-Bands und mit ihnen rohe Rocksongs, sphärische Klangexperimente und ungeschliffener Blues-Trash-Sound. Über 500 Festivalbesucher wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Besucheraufmarsch“, sagt Vereinspräsident Hans Gut. „Ein Blick in die Menge entschädigte für den grossen Chrampf der letzten Tage.“

Burning Man machte Böögg Konkurrenz

Wie beim Pendant in den USA wurde bei «One Burning Man» eine über sechs Meter hohe Holzfigur abgefackelt. Erhaben thronte sie über dem Festivalgelände. Alle Augen richteten sich um 22 Uhr auf Flammenkünstler Andreas Lanzendörfer, der den Burning Man in Brand setzte. Vom Flammenspiel umzüngelt, büsste die Holzfigur nichts an Eleganz ein. Der Burning Man brannte bis auf zwei Balken lichterloh ab, ohne in sich zusammenzufallen. „Darin zeigt sich der Unterschied zum Zürcher Sechselläuten und deren Böögg“, sagte Max Renggli, CEO der gleichnahmigen Schötzer Holzbauunternehmung, mit einem Augenzwinkern. Lehrlinge seiner Firma hatten den über sechs Meter Burning Man gebaut.

Lichtkünstler begeisterten

Daniel Meier, der zusammen mit Philipp Bammert für die Festivalleitung verantwortlich zeichnete, hob nebst musikalischen Highlights – etwa den Franzosen King Automatic oder den Zürcher Urban Junior – die Arbeit der Mukke Bude hervor. Die Luzerner Lichtkünstler-Kombo setzte das Festivalgelände visuell in Szene und liess unter anderem an einem Kran die Diskokugel glitzern. „Sie haben One Burning Man das stimmige Ambiente verpasst“, sagt Meier.

Seit dem frühen Sonntagmorgen sind nun die Räumarbeiten in Gange, die letzten Spuren des Festivals werden beseitigt. Vorbei ist vorbei. Denn: Was Träff Schötz auszeichnet, sind buchstäblich einmalige Projekte. Für die Idee von «One Burning Man» wurde der Kulturverein vom Kanton Luzern im letzten Jahr mit einem 15’000-Franken-Werkbeitrag unterstützt. Dem fünften Kulturpreis in 33 Jahren Vereinsgeschichte.

fi

  • Erneut wartete der Kulturverein Träff Schötz mit einer abgedrehten Idee auf. (© Stefan Bossart)
  • Wie in der Wüste Nevadas stand auch beim Schötzer Pendant eine knapp sieben Meter hohe Holzskulptur im Zentrum der Szenerie. (© Stefan Bossart)
  • Für den «Burning Man» hatte Träff Schötz zudem einheimisches Gewerbe mit ins Kulturboot geholt. (© Stefan Bossart)

Mit «One Burning Man» holte Träff Schötz das Burning-Man-Festival aus der Wüste Nevadas ins Hinterland: Auf der ehemaligen Industriebrache kamen Liebhaber von roher, ungefilterter Rockmusik auf ihre Kosten.

Video: Feuerkünstler entzünden in Schötz Holzskulptur

«One Burning Man»: In Schötz wurde am Samstag eine sieben Meter grosse Holzskulptur angezündet. Die Besucher kamen in den Genuss eines Feuer- und Musikspektakels. Veranstaltet wurde der Anlass vom Kulturverein Träff Schötz. (Evelyne Fischer, )




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