Verschuldete Fischfarm-Firma OceanSwiss wird liquidiert

BUTTISHOLZ ⋅ Die Firma OceanSwiss Alpine Seafood, die zuerst in Mollis GL und dann in Buttisholz mit dem Projekt einer Fischfarm scheiterte, wird liquidiert. Gläubiger verlangen von ihr über 1 Million Franken.
01. Dezember 2017, 18:16

Die Konkursverwaltung beantragt eine sofortige Verwertung aller Aktiven der Firma, wie das Betreibungs- und Konkursamt des Kantons Glarus am Freitag im Luzerner Amtsblatt schreibt. OceanSwiss hat ihren Sitz im glarnerischen Mollis.

Gegen die Firma des Glarners Dirk van Vliet liegen Forderungen von über einer Million Franken auf dem Tisch, wie das Betreibungs- und Konkursamt auf Anfrage mitteilte. Bislang hätten rund sieben Gläubiger Ansprüche erhoben.

Van Vliet wollte eine Indoor-Fischfarm realisieren, die mehr als 1000 Tonnen qualitativ hochwertige Fische pro Jahr in geschlossenen Kreislaufanlagen produzieren sollte. Das Investitionsvolumen sollte rund 20 Millionen Franken betragen.

Ursprünglich wollte OceanSwiss eine Fischfarm in Mollis realisieren. Das Projekt scheiterte jedoch, weil die Gemeindeversammlung im April 2009 einen Kredit für die Erschliessung des Standortes ablehnte. Im gleichen Jahr erhielt van Vliet in Buttisholz von der Korporation ein 23'000 Quadratmeter grosses Grundstück für das Projekt im Baurecht.

Bauland blockiert

2012 erteilte die Gemeinde eine Baubewilligung für die grösste Fischfarm der Schweiz. Die Bewilligung wurde zweimal verlängert, bis sie im März 2015 schliesslich auslief, ohne dass die Anlage gebaut war.

Das Konkursverfahren eingeleitet hat ein Luzerner Bauunternehmen, das Anfang 2013 Vorarbeiten für die Zufahrt zum Areal leistete und dafür nicht bezahlt wurde. Während man bei der Korporation Buttisholz vergebens auf den Baurechtzins wartet, hat die Gemeinde Buttisholz ein anderes Problem: Man wisse nicht, wann auf dem Grundstück gebaut werden könne, heisst es auf Anfrage.

Derzeit läuft die Inventarisierung um festzustellen, wie viel Kapital bei OceanSwiss noch vorhanden ist. Sodann wird in einem Kollokationsplan die Forderungen der Gläubiger eingeordnet. Gläubiger können ihre Ansprüche noch bis am 3. Januar geltend machen. (sda)


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