Wirbel um Sitzmöbel in der Stadt Luzern

KRITIK ⋅ Der umstrittene Sitzmöbel-Test wurde am Donnerstag im Stadtparlament behandelt. Wie es weitergeht, ist noch offen.
30. November 2017, 19:51

Das Luzerner Stadtparlament debattierte am Donnerstag über die Sitzmöbel, welche die Stadt im Herbst zu Testzwecken aufgestellt hatte (wir berichteten). Entschieden wurde nichts, Anlass für die Diskussion war lediglich eine Interpellation der CVP. Die Partei ärgerte sich dar­über, dass neben den futuristischen Modellen keine traditionellen Sitzbänkli zur Auswahl standen. Zudem monierte die CVP, dass keine regionalen Hersteller berücksichtigt wurden.

Letzteres wurde auch von der SVP kritisiert, welche die ganze Möbelaktion lieber regional aufgegleist hätte – mit Luzerner Designern, Herstellern und Sponsoren, wie SVP-Grossstadtrat Mario Willimann fand. «Was in Zürich ankommt, muss nicht unbedingt auch in Luzern funktionieren», ergänzte er mit Verweis auf die Tatsache, dass das umstrittenste aller präsentierten Sitzmöbel, das Modell Enzo, bereits in Zürich und Wien zum Stadtbild gehört.

«Die bisherigen Bänkli bleiben»

Die Aufregung entstand auch deswegen, weil immer wieder die Frage im Raum stand, ob die Stadt möglicherweise einen Ersatz der rund 1200 herkömmlichen Sitzbänke durch die Designermodelle plant. Dem sei nicht so, betonte Baudirektorin Manuela Jost (GLP): «Die bisherigen Bänkli bleiben auch in Zukunft.» Der jüngste Sitzmöbeltest hatte bloss den Zweck, mobile Sitzgelegenheiten für spezielle Orte in der Stadt zu finden, etwa für die künftig autofreie Bahnhofstrasse.

Der politischen Debatte über die Sitzmöbel ging eine emotionale Diskussion in der Bevölkerung voraus. Das Thema fand in den sozialen Medien grosse Beachtung. Für Aufsehen sorgte vor allem das Entlebucher Bänkli, das von der Unesco-Biosphäre Entlebuch heimlich in den Sitzmöbel-Test eingeschleust wurde (Aus­gabe vom 10. Oktober). Wegen fehlender Bewilligung musste es jedoch wieder entfernt werden. Beim Test konnten Passanten auf verschiedenen Möbeln probesitzen und bei einer Onlineumfrage ihre Präferenz abgeben. Diese Umfrage wird von der Stadt Luzern derzeit ausgewertet. (rk)

Die Debatte des Grossen Stadtrates vom 30. November:


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