Zauberei rettet die Zukunft

FIGURENTHEATER ⋅ Das Theater Petruschka gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Lucerne Festivals. Das aktuelle Stück spielt in der Zukunft – und entführt Kinder in eine wahrlich magische Welt.
21. August 2017, 07:31

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Der idyllisch und etwas versteckt gelegene Pavillon Tribschenhorn eignet sich wunderbar, um Kinder in die magische Welt der Märchen zu entführen. Wenn das Figurentheater Petruschka in Co-Produktion mit dem Lucerne Festival zur Premiere des neuen Stücks «Die Zaubermuschel» lädt, ist der eher kleine Raum voll und die gespannte Vorfreude der Kinder spürbar. «Wann fängt das Theater endlich an?», war die meistgestellte Frage am vergangenen Samstagnachmittag.

Endlich ging es los. Eine Erzählerin und drei Musiker betraten die Bühne. Die vier leben in der Zukunft, wo Geschichten und Musik vernachlässigt werden, niemand hat mehr Zeit für diese schönen Dinge. Doch zwei Elfen aus dem Land der Fantasie haben ihr trauriges Gespräch darüber belauscht und helfen mit Zauberblütenstaub nach: Das leere Buch füllt sich plötzlich mit einer Geschichte, bei deren Entwicklung auch das junge Publikum immer wieder aktiv mithelfen darf.

Zuschauer ab fünf Jahren fiebern mit

Das eigentliche Puppenspiel um die Geschichte der mutigen Fischerstochter Meret, die von einer Meerjungfrau eine Zaubermuschel geschenkt bekommt und dank deren magischer Kraft ein Königreich vor einem feuerspeienden Drachen gerettet wird, ist sehr lebendig, spannend und kindgerecht. Die Zuschauer ab fünf Jahren fiebern mit, wenn Meret und ihr Hund Odin einige Abenteuer bestreiten müssen, bis es zu einem guten Ende kommt.

Marianne Hofer und Regula Auf der Maur gelingt es einmal mehr, ein absolut fesselndes und zauberhaftes Spiel zu präsentieren. Jede Puppe ist mit viel Liebe zum Detail entworfen, von Hand gemacht und ein Kunstwerk für sich. Die Kulisse lässt keine Wünsche übrig, die Abläufe sitzen. Und traditionell ist beim Figurentheater Petruschka auch die Sandmalerei von Marianne Hofer fester und äusserst beeindruckender Bestandteil des Stücks.

Vor über einem halben Jahr wurden erste Ideen besprochen, bis ein monatelanger Prozess das Stück zur Bühnenreife brachte. Für den wichtigen musikalischen Hintergrund sorgen Jodok Vuille (verantwortlich für die Arrangements), Stefanie und Sofia Burge­ner. Das junge Orchester an Violoncello, Piano und Flöte bildet mit den Puppenspielerinnen ein harmonisch agierendes Team. Die wiederkehrenden Musik­motive sollen bei Kindern einen Erkennungseffekt wecken, zum Beispiel bei jedem Auftritt der Figur Meret. Das Ziel, Kinder für Musik und Spiel zu begeistern, ist zu hundert Prozent gelungen.

Hinweis

Aufführungen bis 1. Oktober, Pavillon Tribschenhorn. Tickets: www.lucernefestival.ch oder bei Musik Hug in Ebikon.


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