Zu Hause sterben: Betreuung soll ausgebaut werden

PALLIATIVE CARE ⋅ Viele Menschen wollen nicht im Spital sterben. Nun könnten mobile Dienste gestärkt werden.
15. Mai 2017, 19:58

Unheilbar kranke und sterbende Menschen haben Anrecht auf eine angepasste Betreuung und auf die Linderung ihrer Leiden und Schmerzen nach den Grundsätzen der Palliativmedizin. Dieser Grundsatz ist seit 2006 im Gesundheitsgesetz des Kantons Luzern verankert. Dennoch müssen viele Menschen für die letzten Tage ihres Lebens in ein Spital überwiesen werden. Schätzungen zufolge wollen 80 Prozent der Menschen im Kanton Luzern zu Hause sterben – nur 20 Prozent können dies auch.

Nur die SVP wollte keinen mobilen Palliativdienst

Das soll sich im Kanton Luzern ändern. Der Kantonsrat hat ein Postulat von Gerda Jung (CVP, Hildisrieden) mit 81 zu 24 Stimmen für erheblich erklärt. Gegen die Überweisung des Vorstosses wehrte sich nur die SVP. Ihre Sprecher, Räto Camenisch (Kriens) und Beat Meister (Hochdorf), sagten, das jetzige System funktioniere. «Wir müssen nicht für jedes Problem eine neue Organisation aufbauen», argumentierte Meister – er ist von Beruf Arzt, genauso wie Camenisch.

Die Ratsmehrheit sah es anders und will, dass sich die Betreuung von sterbenden Menschen in ihren eigenen vier Wänden verbessert. Aber nicht nur: Auch die Finanzierung soll gelöst werden. Zwar gehört die Palliativpflege zum Kompetenzbereich der Gemeinden und muss deshalb im Grundsatz auch von ­ihnen finanziert werden. Dennoch zeigt sich die Regierung bereit, mittelfristig eine gemeinsame Finanzierung anzustreben. Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP) begründete dies so: «Es können Spitalkosten gespart werden.»

Tiefere Spitalkosten führten auch andere Parlamentarier ins Feld, etwa FDP-Sprecherin Angela Pfäffli (Grosswangen). Yvonne Zemp (SP, Sursee) sagte, ein flächendeckender mobiler Palliativdienst auf der Landschaft fehle. Deshalb könne oft keine angemessene Betreuung angeboten werden.

(nus)


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