2018 gibt es kein Klewen-Open-Air

KLEWENALP ⋅ Angesichts der angespannten Finanzlage verzichtet die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG schweren Herzens auf ihr beliebtes Open Air. Das Risiko für ein Defizit sei zu hoch.
11. November 2017, 05:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

«2018 werden wir auf das beliebte Klewenalp-Open-Air verzichten.» Mit dieser Ankündigung überraschte Res Schmid, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, die zahlreichen Besucher von Informationsveranstaltungen in Beckenried und Emmetten. Der Grund für die Veranstaltungen war die Bekanntgabe der künftigen Strategie durch den neuen Verwaltungsrat vor dem Hintergrund der schwierigen Finanzlage des Unternehmens: Die Bahn braucht von den Gemeinden und Korporationen Beckenried und Emmetten Darlehen in Höhe von insgesamt 2 Millionen Franken (wir berichteten).

«Es ist uns sehr schwergefallen, auf das Open Air zu verzichten», sagt Paul Odermatt, Geschäftsführer ad interim. Dass der Verwaltungsrat aber für 2018 auf eine Austragung verzichtet, hat triftige Gründe. «Wir haben das Budget für das Festival hin und her gedreht und mussten zur Kenntnis nehmen, dass wohl ein Defizit resultieren würde», erklärt Paul Odermatt. Man habe auch abgespeckte Varianten mit einem Verzicht auf die grosse Bühne geprüft. Aber auch wenn nur das Zelt bereitgestellt würde, wären die Kosten für die Infrastruktur immer noch zu hoch. «Und gerade in der jetzigen Lage, wo wir auf Vertrauen angewiesen sind und auf die Darlehen von Gemeinden und Korporationen hoffen, wäre es unverantwortlich, einen Anlass zu organisieren, bei dem das Risiko für ein Defizit so gross ist», liefert Paul Odermatt die nachvollziehbare Begründung.

Ein zweiter Partner ist nötig

Tatsächlich zeigen die Zahlen der vergangenen beiden Jahre, dass man mit einem Verzicht 2018 richtig liegen dürfte. Die Ausgabe 2017 schloss mit einem kleinen Gewinn, während man 2016 einen Verlust von rund 140'000 Franken schrieb.

Der Grund für die Unterschiede liegt nicht etwa beim Wetter oder den Besucherzahlen, sondern in erster Linie bei der Auslastung der Infrastruktur. Alle zwei Jahre – so auch 2017 – veranstaltet nämlich der Alpiq-Konzern einen eigenen Anlass und benützt dafür die Infrastruktur des Open Airs. 2017 lud der Kanton zudem sein Personal zu einem Fest auf die Klewenalp, so dass die Anlagen also für drei Anlässe benutzt und durch diese entsprechend mitfinanziert wurden. 2016 fand einzig das Open Air statt. 2018 wäre wieder nur das Open­ Air auf dem Programm gestanden, weshalb eben erneut ein Defizit drohen könnte.

«Die Gespräche mit Alpiq laufen noch», sagt Paul Odermatt. Falls das Unternehmen 2019 wieder dabei sei oder man einen grossen Sponsor finden würde, sei es sicher, dass es dann wieder ein Open Air gebe. «Wir brauchen einfach einen zweiten Partner.» Ob man deshalb später auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus wechsle, wie das auch andere Veranstalter bereits getan haben, sei völlig offen. Das sei bis jetzt noch nicht diskutiert worden.

Konzept soll ebenfalls überprüft werden

Die Verantwortlichen wollen die Pause auch nützen, um sich Gedanken zum künftigen Konzept zu machen. «Naturjodelabend am Donnerstag und der Familientag am Sonntag mit Gottesdienst und Kinderkonzert sind Riesenerfolge und dürften deshalb gesetzt bleiben», wagt Paul Odermatt einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Alpenrock am Freitag sei zwar auf gutem Weg, aber man werde wohl am ehesten über diesen Abend und den samstäglichen Countrytag diskutieren. «Aber entschieden ist noch überhaupt nichts, wir werden das im nächsten Jahr genauer anschauen», betont Paul Odermatt.


Leserkommentare

Anzeige: