70-Millionen-Bau: Fraktionen sind Projekt wohlgesinnt

STANS ⋅ Für rund 70 Millionen Franken will der Kanton seinen Standort an der Kreuzstrasse modernisieren. Das Projekt stösst bei den Fraktionen auf Zustimmung – trotz angespannter Finanzlage.

23. September 2016, 05:00

In den nächsten 15 bis 20 Jahren verändert sich das Gesicht an der Kreuzstrasse in Stans komplett. Polizei, Gefängnis und das Verkehrssicherheitszentrum sollen unter anderem neu gebaut werden. Kostenpunkt: rund 68 Millionen Franken. Die Regierung begründet die Notwendigkeit dieses Mega-Projekts mit dem Alter der bestehenden Gebäude. So hat das Polizeigebäude 36 Jahre auf dem Buckel, 27 Jahre das Gefängnis. Auch will der Kanton das rund 33 000 Quadratmeter grosse Areal besser nutzen (wir berichteten).

Am Mittwochabend stellten nun Baudirektor Josef Nieder­berger und Justizdirektorin Karin Kayser das Projekt den Fraktionen vor, damit sich diese ein erstes Bild machen konnten. Denn noch dieses Jahr soll der Landrat über den Projektierungskredit für den Masterplan von 450 000 Franken abstimmen. Wie kommen diese Pläne bei den Fraktionen an in Zeiten angespannter Kantons­finanzen und des Sparens?

Renovieren sei unwesentlich günstiger

«Die Gebäude sind in die Jahre gekommen und daher sanierungsbedürftig. Handlungsbedarf besteht so oder so», ist für CVP-Fraktionschef Bruno Christen klar, ohne vorgreifen zu wollen, da man das Geschäft in der Fraktion noch nicht detailliert besprochen habe. «Und renovieren würde nur unwesentlich günstiger kommen, darum bin ich den Neubauplänen mit dem gestaffelten Vorgehen positiv gesinnt.»

Die Kosten von rund 70 Millionen Franken sind seiner Meinung nach vertretbar, zumal sie auf rund 20 Jahre verteilt wären. «Und wo hat der Kanton noch 33 000 Quadratmeter eigenes Land? Diese Chance, die eigenen Parzellen mit verdichtetem Bauen noch optimaler zu nutzen, sollte man sich nicht entgehen lassen.» Damit würde der Kanton in Bezug auf verdichtetes Bauen auch eine Vorbildrolle für die Bürger einnehmen.

Beteiligt sich der Bund?

Auch Grüne-Landrat Conrad Wagner ist dem gestaffelten Vorgehen der Regierung grundsätzlich positiv gesinnt, ohne schon die offizielle Meinung der Grüne/SP-Fraktion zu kennen. Aufgrund der grossen Sparbemühungen im Kanton müsse man sich die verschiedenen Investitionen aber gut überlegen. Aufgrund des Masterplans brauche jedes einzelne Bauprojekt entsprechend einen politischen Entscheid. «Eine Rolle spielt auch, inwiefern sich der Bund am allfälligen Neubau und den Betriebskosten eines Ausschaffungsgefängnisses und Asylzentrums beteiligt.»

SVP-Fraktionschef Martin Zimmermann wollte sich zu den Plänen an der Kreuzstrasse noch nicht äussern, da man dies in der Fraktion noch nicht besprochen habe.

Die FDP-Fraktion will das Thema an ihren nächsten Sitzungen traktandieren. Eine Totalsanierung bei Vollbetrieb würde in der nahen Zukunft so oder so sehr viel kosten, liess Fraktionspräsident Sepp Durrer verlauten. Der vorgestellte Masterplan mit den Neubauten sei darum eine interessante Variante.

Matthias Piazzamatthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: