«Älp-Air» startet vom Dorfplatz

STANS ⋅ Tausende Schaulustige zog es zum Abschluss des Alpsommers an die Stanser Älperchilbi. Bei sonnigem Herbstwetter freuten sie sich am Umzug über «scheeni Uissichtä».

17. Oktober 2016, 08:01

Pünktlich zum morgendlichen Gottesdienst schien der erste Sonnenstrahl durch die Scheiben der Pfarrkirche auf die festlich herausgeputzten Älperbeamten und ihre Älpermeitli. Dem Erntedank unter dem Motto «Scheeni Uissichte» stand somit nichts mehr im Weg. Genau zehn Wochen hatten die 52 Älperbeamten aus Stans, Stansstad, Oberdorf und Ennetmoos seit ihrer Wahl Zeit gehabt, um das grosse Dorffest auf die Beine zu stellen. So ging es bereits beim Volksapéro auf dem Dorfplatz gemütlich und dank den Butzis bisweilen wild zu und her.

Doch wie immer war es der Umzug, der dann am Nachmittag Tausende Schaulustige ins Stanser Dorf lockte. Fulminant wurde er eröffnet durch Noldi und Theres Amstutz mit ihrem prächtig geschmückten «Sänte Veh» von der Alp Frutt. Die weiteren Sujets umfassten eine ständig wachsende Vielfalt an Tieren, das Alpleben, landwirtschaftliche Produkte und bäuerliches Handwerk. Bezüge zu einzelnen Älperbeamten und zu Ereignissen des vergangenen Jahres lockerten den Umzug mit seinen über 20 Nummern auf.

Bürgenstock-Resort als Dauerbrenner

Der Älperspruch widmete sich den privaten und öffentlichen Geschichten, welche die Älper und ganz Nidwalden im letzten Jahr beschäftigt haben. Die Themen reichten buchstäblich von der Alp bis zu den Zinsen. Besonders aufmerksam haben sich die Sprücheschreiber Sepp Joller und Sepp Flühler auf verschiedenen Baustellen umgesehen. Mit Blick auf die zum Abbruch vorgesehenen Häuser am Dorfplatz und der seit kurzem bemalten Schaufensterfront meinten sie: «Wenn das mit dr Justiz nu lang sett gah, gopfridstutz, de chund bimeid nu das Kunstwärch underä Dänkmalschutz!»

Der Hauptteil der Sprüche drehte sich aber um das Bürgenstock-Resort: «Miär stuinid, wiä Katari buiä tiänd, und dänkid, wiä diä Gäld ha miänd. Miär chaifid ihnä guäds Eel um guäds Gäld, und sie eysi Heimat, wo eys gley fähld. Miär hoffid, dr Birgästock bleybt fir alli Schichtä, mit dr Haiptsach, uf scheeni Uissichtä.» Passend dazu präsentierte die letztjährige Älpergesellschaft mit einer leichten Prise Ironie das Flugzeug «Älp-Air». Damit solle die Nidwaldner Regierung ihre vorerst auf Eis gelegten Reisepläne Richtung Nahost in die Tat umsetzen. Worauf die Sprüchler reimten: «De sett’s doch meglich sey fur Gsamt­regiärig, bim Scheich go strahlä: ‹Dankä fur ä Birgästock, miär wettid diär nu ä Kaffeerundi zahlä!›.»

Ein wärmender Kaffee war dann auch für die Älper genau das Richtige, als sich der letzte Sonnenstrahl vom Dorfplatz verabschiedet hatte.

Edi Ettlin

  • Neue Luzerner Zeitung AG
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Als ob Petrus selber einst Freund des Brauchtums gewesen wäre, bescherte er den Stanser Älpern an ihrer Älperchilbi wunderschönes Herbstwetter. Der Umzug lockte Tausende von Besuchern an die Strecke.


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