Anwohner stören sich an Senkel-Gästen

STANS ⋅ Der Senkel ist beliebt. Doch nicht alle haben Freude am Jugendlokal im Eichliquartier. Sie sprechen von Lärm und Littering. Auch würden Vorgärten als Pissoirs benutzt.

30. September 2016, 05:00

Rund dreieinhalb Jahre nach Eröffnung hat sich der Senkel im Stanser Eichliquartier zu einem beliebten Treffpunkt der Nidwaldner Jugend etabliert. Anwohner sind weniger begeistert, fühlen sich belästigt.

Eine Anwohnerin vom Kohlgraben, die nicht namentlich erwähnt werden möchte, berichtet gegenüber unserer Zeitung von unerfreulichen Situationen, die sich an Wochenenden in den Quartieren Eichli, Kohlgraben und Milchbrunnen häuften. «Sei es bei Veranstaltungen im Senkel, im Sportareal Eichli oder Umgebung. Später am Abend begeben sich Festgänger bereits angetrunken und lautstark auf den Weg zum Festziel. Gibt es dort keinen Alkohol, weil noch zu jung, wird einfach vorher ordentlich konsumiert.»

Am Morgen danach seien die nächtlichen Spuren sichtbar: Umherliegende, zerschlagene Flaschen, leere Flaschenpackungen, Becher vom Fest und so weiter. «Pinkelspuren an Hausfassaden und Erbrochenes sind keine Seltenheit. Für Frühsportler, ob gross oder klein, kein angenehmer Anblick und nicht ungefährlich. Da nützt auch die Hinweistafel beim Durchgang unter der Autobahn nicht viel.» Die Anwohnerin ermahnt die Besucher des Senkels zu anständigem Verhalten: «Ein ruhigeres und rücksichtvolles Verhalten wäre toll und sicher bei allen Anwohnern willkommen.»

Ein Anwohner, der ebenfalls anonym bleiben möchte, spricht auch von Littering und Glasscherben. Als Velofahrer, der mit dem Velo zur Arbeit fahre, sei dies besonders ärgerlich. Er anerkenne aber auch die Anstrengungen der Betreiber des Jugendlokals, welche auch den Kehricht einsammelten.

Nichts gewusst von erneuten Reklamationen

«Ein gutes Einvernehmen mit der Nachbarschaft ist uns ein grosses Anliegen», meint Senkel-Co-Leiter Emanuel Wallimann, angesprochen auf die Vorwürfe. Mit diversen Massnahmen habe man versucht, den angesprochenen Problemen Gegensteuer zu geben – mit regelmässigen Sicherheitssitzungen mit der Polizei, einer privaten Sicherheits­firma und der Gemeinde Stans oder eben der Tafel vor dem Durchgang, die die Senkel-Gäste zur Rücksicht auf die Nachbarn auffordern soll.

Mit Erfolg, wie er meint. «Uns ist von Seiten der privaten Sicherheitsfirma, Polizei und Gemeinde, aber auch über E-Mail seit mehreren Monaten nichts zu Ohren gekommen.» Er bedaure, dass die Anwohner solche Missstände nicht melden würden. «Nur zu gerne würden wir uns mit den betroffenen Anwohnern zusammensetzen und die Probleme besprechen.»

Ähnlich äussert sich auch der Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander. «Wenn ein Problem vorliegt, sollten sich die Betroffenen direkt bei uns melden, damit wir auch reagieren können. Im letzten Halbjahr gab es keine Reklamationen», sagt er auf Anfrage. Die Polizei musste in diesem Jahr bis jetzt noch nie in Zusammenhang mit Zwischenfällen beim Senkel ausrücken, es seien keine Meldungen eingegangen, wie Lorenz Muhmenthaler, Chef der Nidwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, auf Anfrage mitteilte. Während dieser Zeit seien aber diverse sicherheitspolizei­liche Kontrollen durchgeführt worden – während und nach den Anlässen).

Matthias Piazza


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