Aus Soft Ice am Marronistand wird nichts

STANS ⋅ Der Betreiber des Marronistandes am Bahnhof hatte für den Sommer ehrgeizige Pläne. Doch der Kanton hat ihm die Bewilligung verwehrt. Zumindest Hoffnung auf Marroni gibt’s noch.
15. März 2017, 05:00

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Die Marronizeit ist vorbei. Zum ersten Mal konnte man im Winter dank Amir Nezaj auch in Stans in den Genuss der braun glänzenden Kastanien kommen. Er hatte vom Kanton von Dezember bis Ende Februar eine Bewilligung für seinen Stand am Bahnhof erhalten. Allerdings warf das Angebot Fragen auf, sah man die Bretterbude doch sehr oft verschlossen. Ende Januar versprach Amir Nezaj dann vermehrte Anwesenheit und entschuldigte sich bei der Stanser Bevölkerung.

«Seit dem ersten Zeitungsbericht über meinen Marronistand habe ich mich bemüht, möglichst oft persönlich vor Ort anwesend zu sein, um Marroni zu verkaufen», versichert Nezaj. «Ich wollte die Stanser Bevölkerung überzeugen, dass ich die Sache ernstnehme. Schliesslich hatte ich vor, hier einen festen Standort aufzubauen», so Nezaj.

Traum zerplatzt trotz guter Noten

Er sei ausserordentlich zufrieden mit dem Geschäft, betont der Marroniverkäufer mit Wohnsitz in Emmenbrücke. Inzwischen hatte er darum auch konkrete Pläne für die Sommersaison. Ab April hätte aus der Bretterbude ein Imbissstand werden sollen, wo er Burger, Pommes, Bratwurst und Soft Ice verkaufen wollte. Doch vor einigen Tagen hat ihm der Kanton einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Christoph Gander, Leiter des Hochbauamts Nidwalden und Bewilligungsgeber, erkennt zwar die Bemühungen des Marroniverkäufers. Er sei nach seinem Versprechen tatsächlich öfter am Stand erschienen, und soweit er das beurteilen könne, sei der Stand gut gelaufen. «Alle offiziellen Angelegenheiten mit Herrn Nezaj haben stets tadellos geklappt. Ich denke, der Marronistand war eine gute Sache», sagt Gander. Trotzdem wurde die Bewilligung für den Stand nicht erweitert, denn im Sommer 2017 werden am Bahnhof Stans die Umbauprojekte des LSE-Buffets und des Zentralbahn-Schalters realisiert. Ausserdem würde ein Imbissstand gleich zwei ähnliche Angebote beim Bahnhof konkurrieren.

Amir Nezaj ist enttäuscht. Er wäre bereit gewesen, für den Imbissstand alles auf eine Karte zu setzen: «Ich hätte meinen Job auf dem Bau aufgegeben, um mich 100 Prozent meinem Stand widmen zu können.» Der Traum vom Burgerladen ist vorerst geplatzt, doch es gibt noch Hoffnung auf heisse Marroni für kommenden Winter. Spätestens ab Januar 2018 will er nach eigenen Angaben den Stand am Bahnhof Stans wieder aufstellen. Für den Sommer wird er vermutlich einen neuen Standort suchen. Genaue Angaben kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.


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