«Bänkler» neu im Vorstand

NIDWALDEN ⋅ Der Gewerbeverband schaut optimistisch ins Jahr 2017. Als neues Vorstandsmitglied wurde Christoph Baumgartner gewählt.

24. November 2016, 05:00

Der Nidwaldner Gewerbeverband (NGV) ist die bedeutendste Vereinigung kleiner und mittlerer Unternehmen in Nidwalden. Entsprechend gross war der Aufmarsch von rund 100 Leuten zur 82. Generalversammlung, die im Hotel Postillon in Buochs stattfand. Wie stark der NGV mit Land und Volk verwurzelt ist, beweist ein Blick auf die GV-Teilnehmer, darunter die Regierungsräte Yvonne von Deschwanden, Josef Niederberger und Othmar Filliger, Ständerat Hans Wicki, alt Nationalrat Edi Engelberger und viele weitere aus Politik und Wirtschaft.

Zufrieden äusserte sich Präsident Edi Engelberger junior in seinem Jahresbericht. «Die Wirtschaft in Nidwalden und der ganzen Zentralschweiz läuft auch 2016 zufriedenstellend bis gut.» Und mit Blick nach vorne: «Die Prognosen sind auch für 2017 recht optimistisch», so Engel­berger. Als Probleme in einigen Branchen nannte er den Fachkräftemangel und die Schwierigkeit, Ausbildungsplätze zu be­setzen.

Verband fordert rigorose Sparprogramme

Ein Lob richtete Engelberger an die Nidwaldner Politik: «Wir dürfen feststellen, dass wir im Landrat eine stabile bürgerliche und gewerbefreundliche Mehrheit haben, die zwar nicht immer genau in die gleiche Richtung zielt, sich aber grundsätzlich für unser Gewerbe und die Wirtschaft einsetzt.» Er nahm die Gelegenheit wahr, sich gleich noch gegen die Atomausstiegsinitiative auszusprechen. «Wir sind klar der Meinung, dass ein solcher Ausstieg verfrüht und überhaupt nicht geordnet und schon gar nicht ökologisch verlaufen würde, wie es die Initianten vorgeben.»

In seinem Jahresbericht war zu spüren, dass der Verband auch vernetzt denkt. So sagte Engelberger, dass er die Einführung des Tourismusgesetzes ab 1. Januar 2017 begrüsse, ebenso die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts, und dass er auf eine optimale Lösung für den Flugplatz Buochs hoffe. Was die Bundesfinanzen betrifft, sprach Engelberger (FDP) im Ton fast wie ein SVP-Politiker: «Der Gewerbeverband bekämpft das nach wie vor ungezügelte Ausgabenwachs­tum und fordert rigorose Sparprogramme.» So sei zum Beispiel die Berufsbildung klar höher zu gewichten als die Entwicklungshilfe.

Ein neuer Kopf im Vorstand

Dank guter Finanzen wurde der Jahresbetrag auf 85 Franken belassen. Kassier Martin Barmettler trat nach 15 Jahren aus dem Vorstand zurück. Als Nachfolger wurde Christoph Baumgartner in den Vorstand gewählt. Der 41-jährige Rechtsanwalt aus Büren ist CEO der Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd und designierter CEO der zukünftigen Raiffeisenbank Nidwalden.

Im Anschluss an die GV sprach der Aargauer FDP-Ständerat Philipp Müller zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (MEI). Speziell betonte er die Haltung der FDP: Müllers Konzept sieht vor, dass Unternehmen offene Stellen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren melden müssen – allerdings nur bei Berufsgruppen, die eine überdurchschnittliche Arbeits­losigkeit aufweisen. Dies im Gegensatz zum Nationalrat, der diese Meldepflicht für sämtliche Berufe einführen will, dafür erst ab einem gewissen Schwellenwert der Zuwanderung.

Die Berechnung dieses Schwellenwertes sei viel zu kompliziert, sagte Philipp Müller. Generell sei er überzeugt, dass die MEI «enorme Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU» habe. Er bedaure, dass der Bundesrat in dieser Beziehung lange nichts gemacht habe.

Kurt Liembd


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