Raiffeisenbank-Fusion das Ja des einen Partners

BECKENRIED ⋅ Das war eine klare Sache: Die Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd sagt fast einstimmig Ja zur Fusion mit der Bank der Region Stans. Nun fehlt noch deren Entscheid.
15. März 2017, 04:29

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Wie schon seit 2014 in Obwalden dürfte es bald auch in Nidwalden nur noch eine Raiffeisenbank geben. Als erste der jetzigen beiden Banken befand die Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd über den Fusionsvertrag. Die Delegierten der Region Süd stimmen morgen Donnerstag darüber ab. Das Resultat war äusserst deutlich: 65 der 68 Delegierten sagten Ja zur Fusion, 2 Nein, einer enthielt sich. Nötig waren zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, also 45 Ja. Vorausgegangen war eine lange und intensive Phase der Planung und Vorarbeit.

«Wir treffen uns heute zu einer denkwürdigen Versammlung», sagte Noch-Präsidentin Therese Rotzer an der Delegiertenversammlung am Montag in Beckenried. «Sie, geschätzte Delegierte, entscheiden heute über die Zukunft der beiden Raiffeisenbanken in Nidwalden», so Rotzer einleitend. Die 68 Delegierten folgten ihr klar. Diskussionen gab es keine, da diese im Vorfeld an den Orientierungsversammlungen geführt worden waren. Nur zwei Delegierte meldeten sich zu Wort und plädierten für Annahme des Vertrages: die beiden Buochser Ernst von Büren und Erwin Röösli. «Sagen Sie Ja zu einer starken Bank in Nidwalden», plädierte von Büren, und Röösli gratulierte dem Verwaltungsrat für die guten Vorbereitungsarbeiten. Nach erfolgter Abstimmung wandte sich Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger an die Delegierten: «Nicht immer verlaufen Fusionen erfolgreich, in diesem Falle jedoch schon.» Den grössten Vorteil der Fusion sieht Filliger darin, dass mit der neuen Bank die regulatorischen Vorschriften der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht besser bewältigt werden können.

35 000 Kunden und 22 000 Mitglieder

Falls die Delegierten der Region Stans morgen ebenfalls Ja sagen, entsteht neu die Raiffeisenbank Nidwalden und damit eine der grössten der Schweiz. Die neue Bank hat acht Geschäftsstellen (Buochs, Dallenwil, Emmetten, Ennetbürgen, Hergiswil, Seelisberg, Stans und Wolfenschiessen), 13 Bancomaten, eine Bilanzsumme von 1,9 Milliarden, 1,5 Milliarden Kundengelder, 1,5 Milliarden Kundenausleihungen, 35 000 Kunden, 22 000 Mitglieder, 84 Mitarbeitende (davon 70 Vollzeitstellen) und 9 Lernende. Designierter neuer Verwaltungsratspräsident ist Bruno Poli, designierter neuer Vorsitzender der Bankleitung Christoph Baumgartner. Der Hauptsitz der neuen Raiffeisenbank Nidwalden wird in Stans sein.

Milliardengrenze überschritten

Neben der Fusion befanden die Delegierten auch über die ­Rechnung des vergangenen Geschäftsjahres. Diese ist höchst erfolgreich. So hat die Bilanzsumme erstmals die Milliardengrenze geknackt und betrug im vergangenen Jahr 1,038 Milliarden (Vorjahr: 986 Millionen). Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung, sprach von einem «erfreulichen Wachstum in allen Bereichen». So stiegen im Berichtsjahr die Kundenausleihungen (davon 97 Prozent Hypotheken) um 4 Prozent auf 891 Millionen und die Kundeneinlagen um 3,9 Prozent auf 730 Millionen Franken. Die Mitgliederzahl stieg um 138 auf 9563 Genossenschafter und der Netto-Jahresgewinn um 10,7 Prozent auf 1,7 Millionen. «Mit diesem erwirtschafteten Gewinn kann das Eigenkapital weiter gestärkt werden», erklärte Christoph Baumgartner. Die Jahresrechnung wurde diskussionslos genehmigt. Zudem beschlossen die Delegierten, die Anteilscheine weiterhin mit 4 Prozent zu verzinsen.


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