Bergbahnbetreiber kämpften mit Launen des Winters

OB-/NIDWALDEN ⋅ Der späte Winter liess die Kassen der Bergbahnen nicht gerade klingeln. Gegen Ende der Saison zeigte sich Frau Holle etwas versöhnlich. Noch ist nicht alles verloren.

16. März 2017, 05:00

Schneemangel, schlechtes Wetter, Regen: Die Bergbahnen waren diesen Winter nicht zu beneiden. Von einer der schlechtesten Wintersaisons spricht gar André Strasser, Verwaltungsratspräsident der Skilifte Mörlialp AG. «Vor allem der Start war sehr harzig.» Es ist dies bereits die dritte schlechte Wintersaison in Folge. Ein kleines Trostpflaster bleibt. Die drei umsatzmässig besten Wochenenden aller Zeiten fielen allesamt in die zu Ende gehende Saison.

Von einer vor allem arbeitsintensiven Skisaison spricht Daniel Dommann, interimistischer Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt. «Der erste Teil des Winters war zu trocken, die Niederschläge fehlten und damit der Schnee. Wir mussten technischen Schnee produzieren, was personalintensiv ist.

Auch ist die Pistenpräparierung bei Schneemangel aufwendiger.» Nur halb so gut wie im Schnitt der vergangenen Jahre lief das Geschäft über Weihnachten/Neujahr. Dank des Wetters und der besseren Schneeverhältnisse habe sich das Blatt im Januar dann zum Guten gewendet. Das stimmt Daniel Dommann zuversichtlich. «Hält dies bis zum Saisonschluss Anfang April so an, können wir den schlechten Start zu zwei Dritteln kompensieren.»

Es kommt auch aufs Wetter im Tal an

Die Chancen seien intakt, dass die Saison 2016/17 immerhin mit durchschnittlichen Frequenzen abschliesse, so Dommann. Für ein Happy End spiele aber auch das Wetter im Tal eine Rolle. «Bei Frühlingswetter haben die Leute weniger Lust zum Skifahren.»

Während nur 40 Tagen liefen die Skilifte

Auf Wirzweli waren die Skilifte diesen Winter nur gerade an 40 Tagen in Betrieb, statt der üblichen 100 bis 120. «Besonders zu schaffen macht uns, dass man während der Weihnachts- und Fasnachtsferien nicht Ski fahren konnte», bedauert Hanny Odermatt, Geschäftsführerin der Erlebnisluftseilbahn Dallenwil-Wirzweli AG. Auch die Skischulen und Gastronomiebetriebe hätten Einbussen hinnehmen müssen.

Die schneearmen Hänge hätten auch die Schneeschuhwanderer nicht aufs Wirzweli gelockt. «In dieser Höhenlage zwischen 1200 und 1600 Meter über Meer muss man sich eben mit schneearmen Wintern abfinden», meint sie zu dieser zweiten schlechten Skisaison in Folge. «Darum wollen wir künftig vermehrt das Angebot im Sommer und Herbst stärken. Wir haben schon bestimmte Visionen», meint sie, ohne mehr verraten zu wollen.

Von einem guten Winter spricht Thomas Küng, Geschäftsführer der Luftseilbahn Engelberg-Brunni AG. «Auf der Klostermatte, die sich besonders für Anfänger eignet, zählten wir gar so viele Skifahrer wie noch nie.» Etwas weniger Skisportler waren auf dem Brunni. «Zeitweise war der Schnee wegen der hohen Temperaturen sulzig.» Doch auch vor dem ersten Schnee war das Brunni belebt von Wanderern.

Auch auf dem Titlis dauert die Saison noch an. Mit dem bisherigen Verlauf ist Peter Reinle, Medienverantwortlicher der Titlis-Bahnen, zufrieden. «Der Dezember war etwas schlechter als im Vorjahr, dafür der Februar umso besser. Über alles gesehen liegen wir etwas über der Saison 2015/16.» Auch dem verbleibenden Rest des Winters blickt er positiv entgegen. «Viele Skifahrer kommen auch, wenn es im Tal unten schon lange Frühling ist.»

«Jetzt kommt es auf die verbleibenden zwei Wochen an, die Schneeverhältnisse sind zurzeit hervorragend, vor allem in der ersten Hälfte des Tages», meint Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, zur verbleibenden Saison, welche auf Klewenalp/Stockhütte erst Anfang Januar begann. Vorher liess sich der Schnee nicht blicken. Die kurzerhand geöffneten Spielplätze und Feuerstellen lockten die Leute auch in der schneefreien Zeit in die Höhe, wo sie die Sonne über dem Nebelmeer geniessen konnten. Doch über alles gesehen spricht Geschäftsführer Sepp Odermatt vom zweiten schwierigen Winter in Folge.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


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