Dallenwilerin macht aus Abfall Kunst

DALLENWIL ⋅ Mit ihrem Chilbi-Karussell aus Alu-Abfall punktete Jasmin Schild am nationalen Kreativ-Wettbewerb «Recyclingkunst aus Metallverpackungen». Sie brilliert nicht das erste Mal.

23. September 2016, 05:00

Das Modell eines Chilbi-Kettenkarussells, gebaut aus gebrauchten Metallverpackungen, hat die Jury überzeugt. Mit ihrem Kunstwerk ging Jasmin Schild am 19. nationalen Kreativ-Wettbewerb «Recyclingkunst aus Metallverpackungen» zum Thema Chilbi in der Kategorie Einzelkünstler als Siegerin hervor. «Dieses Jahr hätte ich es gar nicht erwartet, denn ich war mit dem Produkt anfänglich nicht so wahnsinnig zufrieden», meint eine überraschte Jasmin Schild. Die Jury sah das offenbar anders. «Wahrscheinlich hat die Vielseitigkeit meines Werkes die Juroren überzeugt. Mit der Zeit weiss man, worauf man achten muss, womit man punkten kann», erklärt sich Jasmin Schild den Sieg. Aber natürlich freue sie sich auf den Preis in Form eines Goldvrenelis im Wert von 250 Franken.

Die Idee zum diesjährigen Sujet sei ihr relativ schnell gekommen. «Zum vorgegebenen Thema Chilbi kam mir sehr bald ein Kettenkarussell in den Sinn, wie man es etwa an der Luga antrifft.» Nach ein paar Inspira­tionen im Internet war das Konzept geboren. Nun gings ans Sammeln des Materials. «Wenn man sich ein paar Jahre lang mit Recyclingkunst beschäftigt hat, kommt man rasch zu den Werkstoffen.» Das meiste finde man problemlos im Haushalt. Allerdings habe sie das eine oder andere Mal zu einem Trick greifen müssen, wie sie verrät. «Rosa­rotes Alu-Verpackungspapier fand ich zu Hause nicht, darum kaufte ich im Laden Schokolade mit der gewünschten Verpackung.»

Während Wochen arbeitete sie täglich etwa zwei Stunden an ihrem Projekt. Als Herausforderung betrachtete sie etwa das Aufschneiden der Alu-Dosen, die als Karrusselsitze dienen. Dafür musste sie auch die Hilfe von Erwachsenen beiziehen.

Wunderbarer Werkstoff

«Recyclingmaterial ist ein wunderbarer Werkstoff für kreative Kunstwerke und viel zu schade, um es einfach in die Tonne zu werfen», begründet sie ihr spezielles Hobby.

Sie ist auf dem Gebiet der Recyclingkunst schon eine erfahrene Künstlerin. Bereits seit Jahren arbeitet sie damit. Auf den Geschmack brachte sie vor Jahren die Nachbarin. «Ich fand das Basteln aus Recyclingmaterial megacool.» Der Funke sprang über. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Jasmin Schild an diesem Kreativ-Wettbewerb teilnimmt. Vergangenes Jahr gewann sie in der Kategorie Gruppen mit ihrer Kollegin den ersten Preis (ein Sparschwein mit 350 Franken) mit ihrer Safarilandschaft mit Giraffen.

Im Haushalt der Schilds wird darum vieles nicht entsorgt, sondern aufbewahrt. «Auch unter dem Jahr sammeln wir poten­zielle Werkstoffe – um gerüstet zu sein, sobald das Wettbewerbs­thema bekannt ist.»

Allerdings bleibe es beim Hobby. Beruflich hat die junge Frau eine andere Richtung eingeschlagen. Sie hat vergangenen August die Lehre als Dentalassistentin begonnen.

Kunstwerke für einen guten Zweck

Die beiden durchführenden Recyclingorganisationen Igora und Ferro Recycling spendeten zusätzlich zu jedem der 250 Kunstwerke 50 Franken an die Behindertenorganisation Pro Infirmis. An der Preisverleihung am vergangenen 17. September in Knies Kinderzoo in Rapperswil wurden nebst Schilds Karussell noch 35 weitere Kunstwerke ausgezeichnet in den Kategorien Einzelkünstler und Gruppen – 28 davon kreiert von Kindern und Jugendlichen.

Die Inspiration für einen Kreativ-Wettbewerb erhielt die Igora-Genossenschaft für Aluminium-Recycling von Strassenkünstlern aus Südamerika und Südafrika, die in ihrem Alltag aus gebrauchten Verpackungen Geschirr, Möbel und Mützen herstellten, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Hinweis

Im November wird die nächste Runde des Kreativ-Wettbewerbs zum Thema Bauernhof lanciert. Weitere Informationen finden Sie unter www.igora.ch.

Matthias Piazzamatthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


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