Das Velofahren im Schnee gewinnt an Fahrt

DALLENWIL ⋅ Viermal führte Lukas Stöckli auf dem Wirzweli spezielle Mountainbike-Touren durch. Für viele war die ungewöhnliche Fahrt auf Schnee eine Premiere.
18. März 2017, 08:04

An vier Tagen haben in dieser Wintersaison die Wirzwelibahn und der Bikeguide und ehemalige Profi-Mountainbiker Lukas Stöckli Fatbike-Touren angeboten. Vergangene Woche zum letzten Mal. Fatbikes sind spezielle Mountainbikes mit dicken Reifen, die sich zum Fahren auf Schnee, etwa auf gepressten Winterwegen, eignen. Hanny Odermatt zieht eine positive Bilanz über das Angebot: «Es hat gestimmt für uns.» Es sei interessant zu beobachten gewesen, woher die Leute in den Gruppen gekommen seien. «Sie waren immer sehr aufgestellt.» Bedenken, die sie im Vorfeld gehabt habe, seien umsonst gewesen. Die Regeln seien eingehalten worden. «Es gab keine Probleme mit den Schlittlern oder Wanderern, die teilweise dieselben Strecken nutzten», erzählt Hanny Odermatt. «Wir hatten keine einzige negative Rückmeldung.» Auch Befürchtungen, die Trails könnten von den Fatbikes beschädigt werden, hätten sich nicht bewahrheitet. «Natürlich kamen nicht die Massen. Die Fatbiker sind heute eine Randzielgruppe», hält sie fest. Zudem brauche es eine gewisse Kondition für das Fahren auf dem Schnee.

«Ich bin sehr zufrieden», sagt auch Lukas Stöckli zur Bilanz über die Tourtage. Er streicht die gute Zusammenarbeit mit der Wirzwelibahn und mit dem «Gummenalp»-Wirt Josef Odermatt, der die Schlittelpiste präpariert, heraus. «Wir wurden jetzt nicht gerade überrannt von Teilnehmern, doch war das Interesse so gross, dass wir alle Touren durchführen konnten», hält er fest. Jeweils etwa sieben bis zehn Personen seien unterwegs ge­wesen.

Auswärtige lernten die Region kennen

Gut vier Fünftel der Teilnehmer seien von ausserhalb des Kantons Nidwalden gekommen, hält Stöckli weiter fest. «Es waren Leute aus dem Bernbiet, dem Freiburgischen, aus der Ostschweiz und aus dem Raum Zürich dabei.» Sie hätten die Region kennen gelernt und die Gastfreundschaft auf dem Wirzweli erlebt. Er glaubt, dass das eine gute Werbeplattform für das Wirzweli sei. «Diese Personen wären ohne das Fatbike-Angebot kaum je auf das Wirzweli aufmerksam geworden», meint er.

Während bei seinen Sommertouren die meisten Teilnehmer zum wiederholten Mal mit ihm unterwegs seien, sei der Anteil jener, die das erste Mal mit ihm eine Tour unternahmen, bei den Fatbikes grösser gewesen. Er führt dies auf den Umstand zurück, dass in der Schweiz noch kaum Fatbike-Touren angeboten werden. «Das Bedürfnis ist aber durchaus vorhanden. Wenn man sich dafür interessiert, landet man relativ schnell auf meiner Homepage.»

Interesse an dem Sport wird wachsen

Faszinierend sei auch gewesen, dass die Verhältnisse an jedem der vier Tage unterschiedlich gewesen seien. «Die Beschaffenheit des Schnees konnte sich gar vom Morgen bis zum Nachmittag so verändern, dass das Befahren doch noch möglich wurde.» Diese unterschiedlichen Verhältnisse seien gleichzeitig die Knacknuss beim Fatbike-Fahren, betont Stöckli. Es brauche etwas Erfahrung, die Unterschiede beim Schnee zu spüren. «Das hat grossen Einfluss auf die Befahrbarkeit.» Bei den Touren habe er jeweils die Strecke den Verhältnissen angepasst, «sodass wir an jedem Tag das Maximum herausholen konnten».

Lukas Stöckli ist überzeugt, dass dieser Sport noch an Interesse gewinnen wird. Das sei auch an den positiven Reaktionen der Tour-Teilnehmer abzulesen. «Vie­le sassen zum ersten Mal auf einem Fatbike.» Er wolle gerne weitermachen, hält Stöckli fest. «Ich werde mit den Verantwortlichen der Wirzwelibahn zusammensitzen.» Auch Anpassungen könnte er sich vorstellen. «Die Touren fanden diesen Winter alle mittwochs statt. Wir möchten auch ein, zwei Angebote auf ein Wochenende legen.» Auch Hanny Odermatt kann sich vorstellen, in der kommenden Saison die Touren wieder anzubieten.

 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch


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