Sie machen den Gipfelrundweg auf dem Stanserhorn sicher

STANSERHORN ⋅ Das Unwetter vom vergangenen Jahr hinterliess beim Gipfelrundweg Spuren. Die Lösung: 5 Tonnen Gubersteine.
08. Juni 2016, 05:00

Noch bis nächsten Dienstag ist das flache Teilstück des Gipfelrundweges zwischen Restaurant-Terrasse und Adlerfluh gesperrt – aber nicht etwa wegen des Schnees. Dieser hat sich schon vor einigen Wochen (endlich) zurückgezogen. Der Grund ist ein anderer. Wo in anderen Jahren um diese Zeit Wanderer das Bergpanorama geniessen, schwitzen zurzeit Bauarbeiter. Sie beheben Schäden, welche starke Regenfälle fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 6. Juni 2015, angerichtet haben. Ein heftiges Unwetter am Stanserhorn löste damals an dieser Stelle einen Erdrutsch aus, dessen Spuren noch deutlich zu sehen sind. Statt saftgrüner Wiesen ist eine erdige Narbe sichtbar.

Nur wenige Meter oberhalb verläuft die Brücke des beliebten Gipfelweges. «Dank dieser Brücke, die wir vor acht Jahren erstellten, als wir den Weg restaurierten, bestand kein Sicherheits­risiko», erklärt Jürg Balsiger, Direktor der Stanserhorn-Bahn. Trotzdem werden die Unwetterschäden nun behoben – auch aus ästhetischen Gründen. «Der Anblick vermittelt den Wanderern nicht gerade ein Sicherheitsgefühl.» Zudem will man mit den Verbauungen auch weitere Rutschungen verhindern.

Felsen musste gesichert werden

Doch einfach mit dem Bau einer gewöhnlichen Bruchsteinmauer ist es nicht getan. Während dreier Wochen sicherten sieben Mitarbeiter der Cresta Geo AG aus Chur die darüberliegende instabile Felsnase, bohrten dafür neun Anker 3 bis 6 Meter tief in den Berg hinein, trugen zusätzlich 20 Tonnen Spritzbeton auf, welcher mit der Cabriobahn auf den Gipfel und von dort mit dem Helikopter zur Baustelle geflogen wurde. Diese Felssicherungsarbeiten sind nun abgeschlossen. Bereits zuvor waren die alljährlichen Felsräumungsarbeiten rund um den Gipfel vorgenommen worden, die immer nach der Schneeschmelze starten.

Seit vergangener Woche erstellen drei Arbeiter der Stanser Firma Clemens Christen die Stützmauer mit der Hilfe von zwei Mitarbeitern der Stanserhorn-Bahn. Die Arbeiten in steilem Gelände haben es in sich. Zuerst musste ein Podest erstellt werden für die Arbeiter. Auch logistische Herausforderungen gabs zu bewältigen. 5 Tonnen Alpna­cher Guber-Natursteine transportierte die Cabriobahn für die Bruchsteinmauer den Gipfel hinauf, dazu 11 Tonnen Beton­kies und 4 Tonnen Sickersteine.

Ab Mittwoch ist der Weg offen

Rund 130 000 Franken bezahlt die Stanserhorn-Bahn für die Behebung der Unwetterschäden inklusive vorgängiger Felssicherung. Es ist eine Investition, die sich gemäss Jürg Balsiger lohnt. «Der Gipfelrundweg ist besonders bei unseren Schweizer Ausflüglern sehr beliebt, diese fragen immer wieder nach, wann der Weg wieder offen ist.» Allzu lange müssen sie sich nicht mehr gedulden. «Mitte nächster Woche ist der Gipfelweg wieder offen», verspricht der Direktor der Stanserhorn-Bahn.

Matthias Piazza


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