Die Sonne bringt sie in Fahrt

STANS/SARNEN ⋅ Diese Woche steht bei 23 Kollegi- und Kantischülern ganz im Zeichen der Technik. An einem selbst gebauten Solarfahrzeug lernten sie die Solartechnik in der Praxis kennen – und auch deren Tücken.

28. September 2016, 05:00

Und plötzlich verschwindet die Sonne hinter einer Wolke. Dem schönen Spätsommerwetter tut dies an diesem milden Dienstagnachmittag zwar keinen Abbruch. Doch für 23 Schüler ist dieser Umstand einschneidend. Ihre Fahrzeuge bewegen sich nicht mehr. Diffuses Tageslicht alleine genügt nicht, um das solargetriebene Minifahrzeug anzutreiben – eine weitere Erkenntnis, welche die Schüler bei diesem Praxiseinsatz gewinnen.

Auch Leon Nachtrab und seinem Team hat die Wolke einen Strich durch die Rechnung gemacht. Noch vor kurzem kurvte das Fahrzeug in flottem Tempo auf dem Schulhausplatz des Stanser Kollegis herum: «Die Technikwoche mit dem Bauen eines eigenen Solarfahrzeugs finde ich sehr interessant», begründet der 15-jährige Melchtaler, der zurzeit die 4. Kanti in Sarnen besucht, seine Teilnahme. Alternativ hätten seine Kollegen und er auch an der internen Projektwoche des Kantons Obwalden teilnehmen können.

Andere Gruppen haben mehr Pech. Auch unter Sonnenlicht bewegt sich ihr Auto zu Beginn nicht. Fehlersuche ist angesagt. Gibt es einen Wackelkontakt? Sind die Anschlüsse nicht sauber verlötet? Oder die einzelnen Solarzellen falsch verdrahtet? Während des ganzen Tages bastelten die 23 Schüler – 4.-Klässler der Kanti Obwalden und 6.-Klässler des Stanser Kollegis – an ihren Mini-Solarfahrzeugen. Sie berechneten die Anzahl der benötigten Solarzellen, mussten sie richtig verdrahten, um die gewünschte Stromspannung zu erreichen und das Dach richtig befestigen.

Vorbereitung auf die Berufswahl

Physiklehrer Samuel Gamper, der die Gruppe begleitet, betont vor allem den Vorteil des Praxisbezugs: «Das ist für die Schüler, vor allem für jene, die kurz vor dem Abschluss stehen, eine wertvolle Hilfe für die Berufswahl. Sie bekommen so einen ersten Eindruck vom Ingenieurberuf und können abschätzen, ob er sich für sie eignet.»

Noch bis Ende Woche setzen sich die 23 Schüler der Kantonsschule Obwalden und des Kollegis Stans intensiv mit der Bedeutung von Technik und Informatik auseinander. Neben dem interaktiven Workshop zum Thema «Fotovoltaik» erhalten die Schüler zusätzlich einen Bezug zur Praxis beim Besuch der Hochschule Luzern – Technik und Architektur, des Instituts für Neuroinformatik der Universität und ETH Zürich, und den Besuch der CSEM Alpnach und der Ergon Informatik AG in Zürich.

Seit der Einführung 1992 haben rund 20 000 Schüler an der Technikwoche teilgenommen, die rund 40 Mal pro Jahr an Schweizer Gymnasien durchgeführt wird, wie die organisierende Vereinigung «Ing CH» in ihrer Mitteilung schreibt. Der Verband setzt sich seit 1987 für die Förderung eines qualitativ guten Ingenieurnachwuchses in der Schweiz ein.


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