Die Suche nach Katze Lisi bleibt vorerst erfolglos

BUOCHS ⋅ Die «Hirschen»-Zukunft bleibt nach dem Brand ungewiss, und die aufmerksame Katze ist verschwunden.
Aktualisiert: 
18.03.2017, 16:00
17. März 2017, 05:00

Die dreieinhalbjährige Katze Lisi, welche Pächterin Romy Barmettler (64) am frühen Mittwochmorgen geweckt hatte, ist seit dem Brand verschwunden. Barmettler sagte am Donnerstag, sie wisse, dass sie das Haus verlassen habe. «Vielleicht hat sie sich die Pfoten verbrannt und ist aus Angst geflohen.» Sie glaubt aber, dass sie ­irgendwann zurückkehrt. Die ­ältere Katze, die nachts immer ­allein unterwegs ist, habe sie am Donnerstag gefunden.

Emotional sei sie nach dem Schock vom Vortag «auf einem Tiefpunkt», sagte sie am Donnerstagabend nach einem strengen Tag mit Polizei und Versicherungen. «Ich funktioniere, aber fürs Verarbeiten blieb noch keine Zeit.» An ihren Ferien ab nächstem Dienstag will sie aber festhalten. «Ich muss gehen, jetzt sowieso.» Auch will sie das «Seebeizli» wie geplant am 10. April eröffnen. Zur Brandursache gebe es noch keine Erkenntnisse, sagten sie und ein Polizeisprecher gestern.

Ebenfalls stark betroffen vom Brand ist Christine Zimmermann (57), die das «Sherlock’s Pub» auf der gleichen Etage wie das Restaurant führt. Demnächst hätte sie ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern können. Am Donnerstag war sie mit Helfern am Ausräumen all dessen, was sie nicht mehr verwenden kann. «Es ist wie eine Tropfsteinhöhle, das Löschwasser kommt durch die Decke und die Wände, von überall, und es stinkt alles», erzählte sie. Sie rechnet mit mindestens einem halben Jahr Betriebsausfall, was für ihr Lokal unter Umständen das Ende bedeute.

Nur die Fassade ist noch gut erhalten

Hans Blättler, Liegenschaftsverwalter der Besitzerfirma Gabael AG, konnte am Donnerstag zusammen mit der Nidwaldner Sachversicherung erstmals einen Augenschein im Gebäude nehmen. Die Schadensumme dürfte siebenstellig sein, meinte er nach der Besichtigung. «Der Schaden ist sehr gross, Dach, Böden, Decken, Isolationen, all das muss ersetzt werden.» Für den Entscheid, was mit dem Haus geschehen soll, brauche es darum noch etwas Zeit. «Als Einziges ist die Fassade noch sehr gut erhalten.»

Barmettler, die den «Hirschen» seit 20 Jahren führt und dafür kürzlich den Vertrag erneuerte, hofft, in sieben bis acht Monaten wieder öffnen zu können. Blättler ist nicht so optimistisch: Neben einem Abbruch sei ein Aushöhlen mit einem neuen Innenausbau eine Option. «Wir können noch nicht sagen, ob wir das Haus abreissen.» Entscheidend werde auch sein, ob und was anderes an diesem Standort letztlich möglich sei.

Markus von Rotz und Christoph Riebli

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

In einer Wohnung oberhalb des Restaurants Hirschen im Zentrum von Buochs ist am frühen Mittwochmorgen ein Brand ausgebrochen. Eine Person musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Kantonsspital gebracht werden. Feuerwehren waren mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Video: Feuerwehr beim Einsatz in Buochs

Das Feuer brach am frühen Mittwochmorgen im Restaurant Hirschen in Buochs aus. Die Brandursache ist noch unklar. Die Feuerwehr rechnet mit einem grossen Wasserschaden, wie der zuständige Feuerwehr-Inspektor auf Anfrage sagte. (NZ / Leservideo, 15. 03. 2017)

Video: Nach «Hirschen»-Brand: So sieht das Haus jetzt aus

Die Buochser Dorfbevölkerung sorgt sich um die Wirtin des Restaurant «Hirschen» nach dem Brand. Sie musste in ihrem Leben schon viele Schicksalsschläge überwinden. (Tele1, 16. März 2017)




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