Nidwalden: CVP und FDP holen sich letzte Sitze

WAHLEN ⋅ Der Regierungsrat in Nidwalden bleibt bürgerlich. Othmar Filliger (CVP) und Alfred Bossard (FDP) schaffen den Sprung in die Regierung. Conrad Wagner (Grüne) verpasst die Wahl deutlich.

18. Mai 2014, 14:37
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Othmar Filliger erzielte 10'196 Stimmen, Alfred Bossard 10'169 Stimmen und Wagner 5294 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 56 Prozent. Damit setzt sich die Exekutive für weitere vier Jahre aus drei Mitgliedern der FDP sowie aus je zwei der CVP und der SVP zusammen.

Im ersten Wahlgang vom 23. März waren die bisherigen Ueli Amstad (SVP), Res Schmid (SVP), Yvonne von Deschwanden (FDP) und Hans Wicki (FDP) sowie als neues Regierungsmitglied Karin Kayser (CVP) gewählt worden. Die Wiederwahl verpasst hatte Regierungsrat Alois Bissig (CVP). Er trat im zweiten Wahlgang nicht mehr an. Die Stimmbeteiligung lag bei 56,0 Prozent.

Der Regierungsrat, dem vier Bisherige und drei Neue angehören, wird sich am Dienstag zur konstituierenden Sitzung treffen. Die neue Legislatur beginnt am 1. Juli.

Filliger und Bossard zeigten sich am Sonntag glücklich über den Wahlausgang. Enttäuscht war dagegen Wagner. Offenbar habe die politische Kraft, die er vertrete, einen Makel, sagte er. Er spüre ein Fremdsein in seiner eigenen Heimat.

Die Grünen - und damit die Nidwaldner Linke - hatte vor vier Jahren ihren Sitz in der Regierung verloren. Norbert Furrer, Präsident der Grünen, wies darauf hin, dass Grüne und SP zusammen einen Wähleranteil von rund 20 Prozent hätten. Es sollten alle politischen Kräfte in der Regierung vertreten sein, sagte er.

Komfortabel mit drei Mitgliedern in der Regierung vertreten ist dagegen die FDP, die hinter der SVP und CVP nur die drittstärkste Partei ist. Parteipräsident Ruedi Waser sagte, dass Regierungsratswahlen Personenwahlen seien. Es gehe darum, den Wählern die richtigen Personen zur Verfügung stellen zu können.

Der Nidwaldner Regierungsrat bleibt bürgerlich. Im zweiten Wahlgang haben Othmar Filliger (CVP/neu) und Alfred Bossard (FDP/neu) die beiden letzten Sitze in der Regierung erobert. Conrad Wagner (Grüne/neu) verpasste die Wahl. Impressionen aus dem Rathaus in Stans.

Alfred Bossard (FDP) und Othmar Filliger (CVP) schaffen den Sprung in die Regierung. Conrad Wagner (Grüne) verpasst die Wahl. Die Reaktionen (Tele 1, 18.05.2014)

So lief die Wahl in Nidwalden:

+++ 13:24 Uhr: Mit Stansstad hat nun auch die letzte Gemeinde im Kanton Nidwalden ihre Stimmen ausgewählt: Gewählt ist Othmar Filliger (CVP) mit 10'196 Stimmen und Alfred Bossard (10'169 Stimmen). Auf Conrad Wagner entfallen 5294 Stimmen.

+++ 13:11 Uhr: Auch Oberdorf und Buochs haben ausgezählt: Nach zehn von elf ausgezählten Gemeinden im Kanton Nidwalden ist klar: Othmar Filliger (CVP) und Alfred Bossard schaffen den Sprung in die Regierung. Filliger kommt auf 9239 Stimmen, Bossard auf 9238 Stimmen. Conrad Wagner erreicht 4823 Stimmen. Es fehlen noch die Resultate aus Stansstad.

+++ 12.42 Uhr: Als achte Gemeinde ist Stans ausgezählt. Othmar Filliger macht in Stans 2213 Stimmen, Alfred Bossard 1729 und Konrad Wagner 1353. In Führung liegt nun Filliger vor Bossard.

+++ 12.20 Uhr: Die Staatskanzlei Nidwalden publiziert die ersten Ergebnisse. Nach Auszählung von 7 der 11 Gemeinden (Beckenried, Dallenwil, Emmetten, Ennetbürgen, Ennetmoos, Hergiswil und Wolfenschiessen liegen Alfred Bossard (FDP) und Othmar Filliger (CVP) klar in Front: Bossard kommt auf 5059 Stimmen, Filliger auf 4909 Stimmen. Der Kandidat der Grünen, Conrad Wagner, hat bislang nur rund halb so viele Stimmen erhalten wie seine bürgerlichen Herausfordere, nämlich 2443. Werden Bossard und Filliger gewählt, so setzt sich der Regierungsrat wie bislang aus drei Mitgliedern der FDP sowie je zwei der CVP und SVP zusammen.

+++ 12 Uhr: Derzeit sind noch keine Ergebnisse aus den Gemeinden bekannt.

Die Ausgangslage:

Für die FDP stehen die Chancen gut, dass sie weiterhin drei Regierungsmitglieder stellen kann und somit stärkste Kraft im Siebnergremium bleibt. Dies ist nicht selbstverständlich, denn mit einem Wähleranteil von rund 24 Prozent ist die FDP hinter der SVP und CVP mit je 29 Prozent nur die drittstärkste Kraft.

SVP und CVP hatten es sich denn auch vorgenommen, den dritten Sitz der FDP, der durch den Rücktritt von Volkswirtschaftsdirektor Gerhard Odermatt frei wird, anzugreifen, sie sind damit aber am 23. März gescheitert. Sie haben darauf ihre Ansprüche zurückgeschraubt.

Alles andere als eine Wahl von Alfred Bossard (FDP) in die Nidwaldner Regierung wäre eine Überraschung. Der Bankfachmann und alt Landratspräsident hat im ersten Wahlgang das beste Resultat der Nichtgewählten erzielt. Die amtierenden FDP-Regierungsmitglieder, Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden und Baudirektor Hans Wicki, schafften die Wiederwahl damals problemlos.

Unglücklicher Wahlverlauf für die CVP

Othmar Filligers (CVP) Aufgabe ist es, für seine Partei einen versöhnlichen Abschluss der Regierungsratswahlen zu erreichen und den zweiten Regierungssitz ins Trockene zu bringen. Im ersten Wahlgang, zu dem Finanzdirektor Hugo Kayser nicht mehr antrat, ist von den drei CVP-Kandidaten nämlich nur Karin Kayser gewählt worden.

Dass die Oberdorfer Gemeindepräsidentin Karin Kayser auf Anhieb den Einzug in die Regierung schaffte, war eine positive Überraschung, die aber durch das schlechte Abschneiden von CVP-Regierungsrat Alois Bissig getrübt wurde. Dieser verfehlte als einziger Bisheriger die Wiederwahl.

Die CVP liess ihren Regierungsrat darauf zugunsten ihres Parteipräsidenten Filliger fallen, der sich im ersten Wahlgang sogar vor Bissig klassiert hatte. Damit endet die Amtszeit des Justizdirektors nach nur vier Jahren unerwartet.

Aus dem zweiten Wahlgang heraus hält sich die SVP. Ihre beiden Bisherigen, Landwirtschaftsdirektor Ueli Amstad und Bildungsdirektor Res Schmid, hatten im ersten Wahlgang die besten Resultate aller Kandidaten erzielt. Der dritte SVP-Kandidat, Landrat und Baufachmann Martin Zimmermann, landete aber ebenso klar am Schluss der Rangliste.

Beharrliche Grüne

Noch weniger Stimmen als Martin Zimmermann holte einzig Conrad Wagner (Grüne), der einzige linke Kandidat. Die Grünen unterstreichen mit der Kandidatur des Landrates und Verkehrsplaners auch im zweiten Wahlgang ihre Forderung, dass in der Regierung alle politischen Richtungen vertreten sein sollen. Seit 2010 ist die Nidwaldner Regierung (3 FDP, 2 SVP, 2 CVP) nämlich rein bürgerlich.

Grüne und SP haben in Nidwalden zusammen einen Wähleranteil von 17 Prozent. Mathematisch gesehen würde ihnen einen der sieben Sitze in der Regierung zustehen.

rem/sda

Alfred Bossard (FDP) und Othmar Filliger (CVP) schaffen den Sprung in die Regierung. Conrad Wagner (Grüne) verpasst die Wahl. Die Reaktionen (Tele 1, 18.05.2014)




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