Ein Abenteuer – mit Pfeil und Bogen ab durchs Gelände

EMMETTEN ⋅ Die 3-D-Bogenschützen tragen in Nidwalden die Schweizer Meisterschaft aus. Der Kanton ist bei den Sportlern beliebt. Auch dank einem Park, der von der Regierung unterstützt wird.

09. Oktober 2016, 05:00

Ein freundlicher Morgen erwartet die 270 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweitägigen 3-D-Schweizer-Meisterschaft im Bogenschiessen bei der Stockhütte oberhalb von Emmetten. Gut ausgerüstet gehen sie in verschiedenen Kategorien auf einen der beiden eigens eingerichteten Parcours mit je 28 Posten. Organisiert wird der Anlass von den Bogenschützen Nidwalden, die in dem Gebiet einen Bogenpark betreiben (siehe Kasten).

Einer der Teilnehmer ist der Emmetter Emil «Mike» Zimmermann. Er ist Target Captain – der Chef einer der Sechsergruppen, die durch das teilweise sehr steile Gelände von einem Ziel zum nächsten ziehen.

Der «Superspot» bringt am meisten Punkte

Die Ziele sind Tiere aus Kunststoff. Man findet alles, was des ­Jägers Herz begehren könnte: Reh, Braunbär, Fuchs oder Hirsch. Kaum sichtbare Kreise auf den Tierfiguren bezeichnen die Bereiche, in denen ein Treffer besonders viele Punkte gibt. Ziel ist es, den «Superspot» zu treffen. Und das möglichst mit dem ersten von drei Pfeilen, die die Schützen in dieser ersten Runde abschiessen können. «Je mehr Pfeile man braucht, umso tiefer wird die Punktzahl», erklärt Mike Zimmermann die Regeln.

Bei der ersten Station für seine Gruppe stehen zwei Murmeltiere in einiger Entfernung des Abschusspunktes. Zimmermann nimmt seinen hölzernen Longbow in den Anschlag, zielt, schiesst – und trifft im ersten Anlauf. «Ich fixiere mit beiden Augen den Punkt, den ich treffen will», sagt er über seine Technik. Noch liegen 27 weitere Posten vor ihm. «Das braucht schon etwas Kondition», meint er.

Das 3-D-Bogenschiessen sei bedeutend abwechslungsreicher, als in einer Halle zu schiessen, sagt Zimmermann. «Bei einem Indoor-Turnier schiesst man immer geradeaus auf eine Distanz von 18 Metern. Hier sind wir im Gelände. Je nach Posten schiesst man geradeaus, hinauf oder hinunter», sagt er. Und auch die Distanzen unterscheiden sich je nach Tiergruppe. Bis maximal 54 Meter sind die Bogenschützen vom Ziel entfernt.

Das Bogenschiessen betreibt er seit 2008 als Hobby. Für ihn, der als Anwendungstechniker bei der Firma Sika arbeitet, sei das ein guter Ausgleich zum Alltag.

Mike Zimmermann, der schon einige Medaillen an Schweizer Meisterschaften gewonnen hat, ist zufrieden mit ­seiner Leistung am ersten Tag. Heute absolvieren die Teilnehmer noch einmal eine Runde auf den Parcours. «Allerdings nur noch mit einem Pfeil pro Ziel», hält Zimmermann fest. Und auch die Gruppen werden neu zusammengewürfelt: «Man schaut darauf, dass in der Gruppe Leute sind, die am ersten Tag etwa gleich stark waren. Das erhöht die Spannung im Wettbewerb.»

Martin Uebelhartmartin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch


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