Firmanden zeigen Jodeltalent

BUOCHS ⋅ Unter dem Motto «The Voice Of Buochs» versuchen sich dieses Jahr neun Firmanden im Jodeln. Das Ergebnis der bereichernden Zusammenarbeit zeigen sie an einem Konzert mit dem Jodlerklub Heimelig.
16. März 2017, 07:30

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Gesang ist eine besondere Form der Spiritualität. Wir wollen den Jugendlichen die Chance bieten, ihre eigene Stimme kennen zu lernen und im Sinne der Propheten zu erheben», beschreibt Marco Baumgartner, Hauptverantwortlicher des Firmweges Buochs, die Motivation für ein ganz beson­deres Projekt: In Gruppen kön­nen die Firmanden dieses Jahr unter dem Motto «The Voice Of ­Buochs» in diversen Chören mitwirken. So bewiesen die Jugendlichen ihr Gesangstalent bei den Sternsingern, der Weidliband, im Kirchenchor oder in einem Jodlerklub. Am Sonntag kann eines dieser Resultate genossen werden: Der Jodlerklub Heimelig tritt mit neun Firmanden auf.

«Das Engagement im Jodlerklub hat mir von Anfang an grossen Spass gemacht», erzählt Nicholas von Holzen begeistert. «Wir wurden gleich zu Probebeginn ins kalte Wasser geworfen. Wir begannen unmittelbar zu singen, obwohl noch keiner der Firmanden Erfahrung mit Jodeln hatte», erinnert sich der 17-jährige Buochser.

Jodeln ist einfacher als gedacht

Erfahrung mit Gesang hat Nicholas von Holzen zwar schon, denn er ist auch beim Chor des Kollegiums St. Fidelis dabei. Trotzdem sei das Mitwirken im Jodlerklub eine ganz neue Erfahrung gewesen. «Ich habe immer Jodelgesang gehört, selber aber noch nie gejodelt. Darum wusste ich von Anfang an, dass ich bei diesem Projekt mitmachen wollte. Es ist sehr spannend, wie sich jede Stimme unterscheidet und am Schluss trotzdem ein Ganzes entsteht, das harmoniert. Beim Jodeln habe ich das deutlicher erfahren als in einem anderen Chor.» Auch Laura Schegg (17) ist durch dieses Projekt erstmals mit einem Jodlerchor in Kontakt gekommen. Obwohl sie sich als nicht sehr musikalisch bezeichnet, hat sie sich das Jodeln schwieriger vorgestellt. «Ich habe gelernt, dass Spass wichtiger ist, als jeden Ton zu treffen.»

Insgesamt vier Proben hatten die Jugendlichen mit dem Jodlerklub Heimelig. Eine war ein Nachmittag des Probeweekends. «Es war sehr spannend zu sehen, wie sich die Firmanden im Laufe der Proben verändert haben. Anfangs waren sie noch etwas schüchtern und zurückhaltend, dann wurden sie offener und gesprächiger», freut sich Dirigentin Sandra Zimmermann. «In einem Verein hat jedes Mitglied seine Aufgaben. Durch die Firmanden als Neumitglieder hat sich die Dynamik in unserem Verein verändert. Von selbst übernahmen die Mitglieder die Funktion der Lehrer, die den Neuen das Jodeln erklärten.» Zudem sei es immer erfreulich zu sehen, wie die Musik verschiedene Generationen verbinden könne. Zimmermann hat der Idee sofort zugestimmt, die Firmanden aufzunehmen, und war auch erfreut über deren Motivation. «Sie waren bereit, Kritik anzunehmen und umzusetzen. Einige von ihnen hatten auch ein ausserordentliches Gespür für die Musik», so Zimmermann.

Marco Baumgartner sagt: «Gesang ist ein zentrales Element der Kirche, das wir den Jugendlichen näherbringen wollten. Am wichtigsten dabei ist die Begeisterung, nicht das Talent.» Trotzdem gibt es auch eine Möglichkeit für jene, die sich das Singen nicht zutrauen. Sie besuchen die diversen Projekte und erledigen die Pressearbeit, zum Beispiel mit Texten auf Facebook. Sie erheben ihre Stimme durch die geschriebene Sprache. Denn die Erfahrung gehe weit über das Musikalische hinaus, sagt Baumgartner, der am Sonntag mitjodeln wird. «Wichtig ist die Bereitschaft für das Erlebnis. In einem Chor kann man eine Gemeinschaft erleben, die Harmonie sucht. Eine solche Gemeinschaft ist die Kirche im Idealfall auch.»

Hinweis

Die Jodlermesse findet am Sonntag, 19. März, um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche Buochs statt.


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