Hotelchef geht auf Stellensuche

STANS ⋅ Die Nachricht kommt für viele überraschend. Jaap Super verlässt nach 12 Jahren das Hotel Stans-Süd. Er möchte aber in der Gastronomie und Hotellerie bleiben – am liebsten in der Zentralschweiz.

13. Oktober 2016, 05:37

«Man kann mich nicht in ein Büro setzen, ich brauche den regen Kontakt zu den Leuten. Ich bin mit Leib und Seele Gastgeber», sagt Jaap Super. Für ihn ist klar, dass seine berufliche Zukunft weiterhin in der Gastronomie liegt. Jaap Super ist aktuell, wie er selber sagt, «auf Stellensuche». Ende Jahr verlässt er nach 12 Jahren das Hotel Stans-Süd im Gebiet Rieden bei der Autobahnausfahrt.

Künftig wird das Hotel von der Luzern Süd GmbH geführt. Zum Wechsel kommt es, nachdem die bisherige Grundstücksbesitzerin Thepra AG von den Verkehrsbetrieben der Stadt Luzern VBL gekauft wurde (siehe Ausgabe vom Sonntag). Dass der in Nidwalden bestens bekannte Jaap Super sich aus dem Hotel Stans-Süd zurückzieht, kommt für viele überraschend. «Ich habe sehr viele Reaktionen erhalten von Einheimischen, Gästen und Kollegen aus der Branche, die sich gewundert haben.»

Auf Nachfrage äussert sich General Manager Super zu den Gründen sehr zurückhaltend. Er hätte eine Option zur Weiterführung für weitere sieben Jahre gehabt. Diese löste er aber nicht ein. «Sieben Jahre sind eine lange Zeit. Ohne verbindliche Zusage für vernünftige bauliche Anpassungen im Hotel konnte ich das Risiko mit den bisherigen Mietkonditionen nicht mehr eingehen.» Von der vorherigen Besitzerin hatte er vor zwei Jahren positive Signale für eine Renovation erhalten. Mit der neuen Besitzerin VBL aber konnte er darüber keine Einigung finden. «In sieben Jahren bin ich 57 Jahre alt, dann würde es einiges schwieriger sein, nochmals neu anzufangen oder eine Stelle zu finden.»

Lieber billig, als in der Nähe buchen

Seit der Übernahme des Hotels Stans-Süd habe sich viel verändert. Die Frequenzen seien zurückgegangen. «Früher hatten wir viele Gäste, welche auf ihren längeren Fahrten die Autobahn verliessen und möglichst nahe übernachten wollten.» Heute, in Zeiten von Buchungsportalen wie Tripadvisor oder booking.com, sei das anders. Zwar stellt auch Jaap Super dort Zimmerkontingente zur Verfügung, dies ist jedoch mit hohen Kommissionen verbunden. «Dort buchen viele das günstigste Hotel und geben die Adresse dann ins Navigationssystem ein, das sie problemlos hinführt, auch wenn das Hotel etwas weiter von der Autobahn entfernt ist.»

Kündigungen waren am schwierigsten

Eine weitere Schwierigkeit sei auch für seinen Betrieb der hohe Frankenkurs. «Vorläufig sehe ich keine Entspannung dieser Situation», begründet Super seinen Entscheid, im Hotel aufzuhören, das er «mit Leidenschaft» führte. Am schwierigsten sei für ihn gewesen, dass er seinen sechs teilweise langjährigen Angestellten per Ende Jahr kündigen musste. «Ich habe mit allen persönliche Gespräche geführt und es ihnen erklärt. Wenn ich einen neuen Betrieb hätte, würde ich alle sofort mitnehmen. Das sind handverlesene, gute Leute.» Ob die Angestellten doch im Hotel bleiben können, ist offen. Gespräche mit den neuen Pächtern fanden noch nicht statt. In ihrer Pressemitteilung schrieb die bisherige Besitzerin vergangene Woche nur ganz allgemein, man freue sich über den Erhalt der Arbeitsplätze im Hotelbereich.

Jaap Super bleibt noch bis Ende Jahr der leidenschaftliche Gastgeber im Hotel Stans-Süd, so wie man ihn in der Region kennt. Für die Zeit danach sucht er bereits intensiv nach einer Stelle oder gar einem eigenen Lokal. «Das könnte ein Restaurant oder ein Hotel-Garni sein. Am liebsten in der Zentralschweiz. Ich liebe die Gegend und möchte gerne in der Region bleiben.» Dabei schaut Jaap Super durchaus zuversichtlich in die Zukunft. «Ich rechne schon damit, dass mir meine Erfahrung und mein gastgeberisches Flair helfen.»

Philipp Unterschütz


Login


 

1 Leserkommentar

Anzeige: