Blitzlicht

Mein nerviger «Bürokollege»

15. April 2017, 11:55

Ich kann ihn nicht ausstehen. Von aussen strahlt er Ruhe und Abgeklärtheit aus. Doch er ist alles andere: laut, schnell überfordert und unzuverlässig. Zeigt man Interesse und will wissen, wo es bei ihm klemmt, dann geht es mit den Ausflüchten erst richtig los. Und: Immer wird man für seine Probleme mitverantwortlich gemacht!

Sein Vorgänger, der bisher mit mir das Büro teilte, den habe ich geschätzt. Das war ein toller «Mitarbeiter»: kompetent und geradlinig. Doch die fortschreitende Digitalisierung hat ihn den Job gekostet. Und seither terrorisiert mich der Neue.

Zumindest die gegenseitige Abneigung teilen wir: Mit Kommentaren wie «... beim Initiieren (...), Kalibrieren, bitte später wieder probieren», weist er mich täglich in die Schranken. Und ob er es wohl geniesst, mich nach exakt 10 Sekunden abzuservieren, während ich die Briefpost bei ihm einscanne? So lange ist mein Log-in am neuen Multifunktionsdrucker mit der extra Codekarte nämlich gültig. Und ohne diesen «Bädsch» geht erst recht nichts beim MFP1124. So heisst er denn, der fürs Grossraumbüro Designte.

Die Konsequenz: Ich überlege es mir jetzt zweimal, ob ich wirklich etwas bei ihm ausdrucken möchte. Und daran werde ich mich gewöhnen müssen, jede Wette: Die Geschäftsleitung kann in ihm nichts anderes als den «wertvollsten Mitarbeiter» überhaupt sehen. Wer sonst tut schon gross etwas für die Portokasse und die Umwelt – einfach so mit Rumstehen.

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch


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