Mit dem Verkauf der Luxuswohnungen harzt es

STANSSTAD ⋅ Nach einem guten Start verläuft der Verkauf von Luxuswohnungen im «Boathouse» am Platz des früheren Hotels Acheregg träge. Nach dem Ziehen der Notbremse besteht nun aber Hoffnung, dass sich das Blatt wendet.

16. Oktober 2016, 05:00

Der Blick an diesem sonnigen Spätherbsttag schweift über den Alpnachersee bis hin zum Stanserhorn. Die Lage des «Boat-house», wie die Überbauung an der Acheregg am Fusse des Loppers bei Stansstad neu heisst, ist wohl zweifellos einmalig. Und auch das Rundumangebot ist es. Wer will, kann sein Boot im hauseigenen Bootsplatz einstellen. Auch optisch fällt der lang gestreckte Bau mit den geschweiften Dächern auf.

Er trägt die Handschrift des renommierten Weggiser Stararchitekten Justus Dahinden. Nach jahrelangen Verzögerungen wegen Einsprachen war der Bau im vergangenen Dezember endlich bezugsbereit. Nun, zehn Monate später, brennt in vielen Wohnungen aber noch immer kein Licht. Den Eindruck, den man als vorbeifahrender Autofahrer auf der Fahrt von Alpnach nach Stansstad erhält, täuscht nicht. Erst 6 der 16 Eigentumswohnungen sind verkauft und 10 der 22 Motorbootsplätze, wie Franz Rutzer, CEO der in Basel domizilierten Pax Anlage AG als Besitzerin beim Ortstermin mit unserer Zeitung sagt.

«Der Verkauf vor zwei Jahren startete gut, vor allem mit kleineren Wohnungen. Danach flachte die Nachfrage leider ab», sagt Rutzer weiter. Heiss begehrt sind die Bootsplätze, doch diese will man in der Regel nur zusammen mit einer Wohnung verkaufen. Die harzige Nachfrage nach Wohnungen begründet er unter anderem mit den Preisen: Für eine 31/2-Zimmer-Wohnung blättert man rund 1,2 bis 1,5 Millionen Franken hin. Ein Bootsplatz kostet zwischen 190 000 und 490 000 Franken. Kein Pappenstil. Dessen sei man sich bewusst, sagt Rutzer. «Diese Wohnungen mit diesem hohen Standard richten sich an sehr vermögende Personen, an die obersten Prozente der Schweizer. Die Suche und Betreuung dieser Kundschaft ist anspruchsvoll.»

Marketingstrategie brachte nicht den Erfolg

Kommt hinzu: Die Eigenmittelanforderungen bei der Finanzierung von Wohneigentum sowie für den Zweitwohnsitz sind strenger geworden. Auch hätten die rechtlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der angenommenen Zweitwohnungsinitiative die Nachfrage nach Zweitwohnungen in den vergangenen zwei Jahren gedämpft, sagt Rutzer. Die Pax Anlage zog Anfang Jahr die Notbremse und stoppte den Verkauf, analysierte die Lage und kam zum Schluss, dass das Marketing diese spezielle Zielgruppe nicht anspricht. «Wir bewarben die Wohnungen zu unspezifisch und erreichten so unsere Kundschaft zu wenig. Oft waren mehrere Makler für das gleiche Projekt tätig», sagt Franz Rutzer, der Anfang Jahr als neuer CEO der Pax Anlage AG das Heft in die Hand genommen und den Geschäftsbereich neu strukturiert hat. Nicht gerüttelt wurde hingegen an den Preisen. «Wer einen Bentley oder einen Rolls-Royce besitzt, dem spielen 10 000 Franken mehr oder weniger keine Rolle», ist Rutzer überzeugt. Auch stimme das Preis-Leistungs-Verhältnis, und die anspruchsvolle Bauweise rechtfertige den Preis. So steht zum Beispiel das gesamte Gebäude auf Pfählen, welche teilweise bis 30 Meter unter den Wasserspiegel reichen. Für die neue Strategie wurde unter der Verantwortung von Thomas Feuz die Vermarktung des «Boat-house», wie es nun heisst, neu aufgegleist, mit neuem Internetauftritt und neuem Prospekt mit Goldrand. Nachdem die Glasfassade fertiggestellt und die Umgebung begrünt worden sind, wurden Mitte August die Wohnungen und Bootsplätze wieder am Markt lanciert – mit der Stanser Redinvest. «Dieser lokale Makler verfügt über die notwendige Professionalität und das Know-how», ist Thomas Feuz überzeugt.

Bis in drei Jahren sollen die Wohnungen verkauft sein

Die Massnahmen scheinen zu wirken. «Wir sind am Verhandeln mit drei Interessenten», sagt Feuz. Auch wenn die Pax in ihrer neuen Ausrichtung den Fokus mehr auf Eigentums- und Mietwohnungen in einem günstigeren Segment lege, sei man vom «Boathouse» mit der Lage und Bootsplätzen im Haus überzeugt.

Die bisher schleppende Nachfrage macht weder Feuz noch Rutzer nervös. «Natürlich möchten wir so schnell wie möglich alle Wohnungen verkaufen, um die hohen Baukosten von rund 15 Millionen Franken einzuspielen», sagt Rutzer. Doch er bleibe realistisch. «Solche Wohnungen verkauft man nicht innerhalb eines Jahres. Vier Jahre Zeit braucht es dafür schon.»

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Matthias Piazza


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