Neue Angebote, neue Geschäftsleiterin, Vakanzen im Vorstand

NID-/OBWALDEN ⋅ Im Rahmen der Generalversammlung der VCS-Sektion gab es Einblicke in den Betrieb und die Zukunft der Postauto Region Zentralschweiz. Mit Alice Wigger wurde zudem die neue VCS-Geschäftsleiterin vorgestellt.
13. April 2017, 08:09

Die Kennzahlen für Ob- und Nidwalden beeindrucken: 36 Fahrzeuge, 16 Linien, 2,9 Millionen Fahrgäste und 16,9 Millionen Personenkilometer. «Die Entwicklung ist in den letzten vier Jahren kontinuierlich um rund 11 Prozent gestiegen», erklärte Philipp Schubiger, Leiter Planung Postauto Region Zentralschweiz, in seinem Vortrag im Anschluss an die VCS-Generalversammlung in Sarnen. Neu im Angebot ist der Winkelried-Bus zwischen Stans und Altdorf. Schubiger bezeichnete die Entwicklung als zaghafter als erhofft, doch inzwischen habe sich die Linie etabliert. Ebenfalls neu ist die Verlängerung Sarnen–Sachseln–Flüeli-Ranft, die seit Ende 2016 im Fahrplan steht und zwei neue Haltestellen in Sarnen und Sachseln beinhaltet.

Die Erschliessung bis Bürgenstock Zentrum wird ab 1. Juli mit 20 täglichen Verbindungen ins Angebot genommen. «Es gibt vier neue, zum Teil behindertenkonforme Haltestellen», so Schubiger weiter. Erklärend fügte er hinzu: Das eidgenössische Behindertengleichstellungsgesetz schreibe vor, dass unter anderem Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs bis zum Jahr 2023 angepasst werden müssen. Rampen und auch Fahrplanaushänge müssen auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen und lesbar sein. «Bei den Fahr­plänen haben wir die Höhe angepasst, und auch unsere Fahrzeuge erfüllen bereits die neuen Vorgaben. Für zu hohe Rampen bei den Haltestellen ist die öffentliche Hand zuständig.» Philipp Schubiger gab zu, dass die hohen Kanten für die Busse zum Teil ein Problem darstellen. «Aber wir haben ja noch Zeit, um die Vorgaben anzupassen.»

Lob und Kritik aus dem Publikum

Dass nicht jeder mit dem Postauto-Angebot zufrieden ist, zeigte sich in der anschliessenden Diskussion. Oftmals seien die Verbindungen nicht an die Zuganbindungen gekoppelt, hiess es, manchmal fehlten sogar nur ein paar Minuten. Schubiger betonte, dass die Fahrzeiten der Busse stark an die Schulzeiten angepasst seien. Fielen die Schüler aus, würde sich dies im Betrieb massiv auswirken. Eine weitere Frage aus dem Publikum war, warum die Ski neuerdings mit in den Bus genommen werden müssen. «Aus Zeitgründen, in anderen Regionen wird dies schon lange praktiziert», betonte Philipp Schubiger.

Doch es gab auch Lob: Ein Besucher dankte etwa den Busfahrern, die tagtäglich ihre Fahrgäste ­sicher ans Ziel chauffieren.

Unterbesetzt und unterbesucht

Vor dem gutbesuchten Referat fand die Generalversammlung des VCS Sektion Ob- und Nidwalden statt, der nur ein Mitglied beiwohnte: Die Sorge um eine neue Geschäftsleiterin hat den Vorstand im letzten Jahr beschäftigt. Erst Ende 2016 wurde mit Alice Wigger eine passende Person für den Posten gefunden, wie Co-Präsident Daniel Daucourt in seinem Jahresbericht erklärte. «Eine weitere Sorge ist unser unterbesetzter Vorstand, auch hier sind wir ­weiter mit der Suche beschäftigt.» Die gesetzten Jahresziele bezeichnete Daucort als erreicht. «Auch dieses Jahr haben wir wieder einiges vor. Ein Schwerpunkt ist das Veloparking mit dem Ziel, dass die Bauämter die Möglichkeiten im Sinne des VCS begutachten.»

Zur Abstimmung um die Tempo-30-Zone im Dorfkern in Sarnen am 21. Mai riet er den Mitgliedern, ein Ja in die Urne zu legen. «Die dadurch entstehende Verkehrsberuhigung wäre eine Aufwertung, die auch die Sarner Fachgeschäfte begrüssen würden.» Er nannte Beispiele wie Stansstad, wo die Einführung der Temporeduzierung zuerst skeptisch angenommen wurde und heute von allen als gut empfunden wird.

Die Jahresrechnung 2016 schliesst mit einem Defizit von 8400 Franken. Auch das Budget 2017 rechnet mit einem Minus von rund 3800 Franken. Neu in den Vorstand gewählt wurden Ernst Weber und Kurt Lischer, bestätigt für eine weitere Amtsdauer Co-Präsident Daniel Daucourt. Neuer Revisor neben Roberta ­Lischer ist Leo Aschwanden.

 

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch


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