Weniger Tote und Verletzte auf Nidwaldner Strassen

VERKEHR ⋅ Die Zahl der Unfälle ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Das zeigt die Verkehrsunfallstatistik. Auf den Nidwaldner Strassen war ein Todesopfer zu beklagen.
Aktualisiert: 
22.03.2017, 08:00
21. März 2017, 10:44

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Zu den häufigsten Unfallursachen gehörten 2016 Unaufmerksamkeit und Ablenkung, das Missachten des Vortritts sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Ablenken könne einerseits die Umgebung, sagt Lorenz Muhmenthaler, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei. «Aber man kann auch unkonzentriert hinter dem Steuer sitzen, wenn man telefoniert, Radio oder Navigationsgerät bedient oder auch beim Essen.»

239 Unfälle hat die Nidwaldner Kantonspolizei 2016 registriert, 11 weniger als im Jahr zuvor. 115 Unfälle ereigneten sich innerorts und 124 ausserorts oder auf der Autobahn, wie der gestern veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik zu entnehmen ist. Bei 91 Unfällen kamen Personen zu Schaden. Bei einem Selbstunfall auf der A2 war ein ausländischer Motorradfahrer getötet worden. Im Jahr zuvor waren drei Verkehrstote zu beklagen gewesen. 2016 gab es insgesamt 112 Verletzte. Die Zahl der schwerverletzten Personen ging um 4 auf 25 zurück. Auch die Zahl der Leichtverletzten reduzierte sich von 92 auf 87. Die Gesamtzahl der Unfälle und der Verletzten liegt leicht über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Im Langzeitvergleich ab 1970 liegen die Unfallzahlen deutlich unter dem Durchschnitt von 308 Unfällen pro Jahr.

Deutlich weniger Velounfälle

Unverändert gegenüber 2015 blieb mit 13 die Zahl der verunfallten Fussgänger. Zehn Unfälle ereigneten sich auf und drei neben Fussgängerstreifen. Deutlich zurückgegangen ist weiter die Zahl der Unfälle mit Velofahrern. Mit 19 waren es vergangenes Jahr 17 weniger als 2015. Bei vier Unfällen waren E-Bike-Fahrer beteiligt. 8 Personen erlitten schwere und 10 leichte Verletzungen.
In 63 Fällen waren eingangs erwähnte Unaufmerksamkeit und Ablenkung die Ursache für die Unfälle, eine Zunahme von 17 verglichen mit dem Vorjahr. In 35 Fällen war das Missachten des Vortritts die Unfallursache. Die Zahl der Personen, welche unter Alkoholeinfluss an Unfällen beteiligt waren, nahm leicht von 9 auf 11 zu. 23-mal eruierte die Polizei das Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Sicht- und Verkehrsverhältnisse und das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit als Ursache.

Die Auswertung der Unfallzeitpunkte zeigt, dass im November mit 26 am meisten und im Oktober mit 12 am wenigsten Unfälle registriert wurden. Unfallträchtigster Wochentag war, wie im Jahr zuvor, der Donnerstag mit 48 Unfällen. Am Sonntag ereigneten sich mit 26 am wenigsten Unfälle. Zwischen 17 und 18 Uhr wurden die meisten Unfälle registriert (27).

Im Hauptort Stans nahm die Polizei mit 68 am meisten und in den Gemeinden Dallenwil, Emmetten und Ennetmoos mit je 5 am wenigsten Unfälle auf. 2016 konnte die Polizei keine eigentlichen Unfallschwerpunkte auszumachen. In Bereich der Autobahnbaustelle zwischen Stans Süd und Beckenried wurden in beiden Fahrtrichtungen insgesamt 15 Verkehrsunfälle an unterschiedlichen Orten registriert. Es handelte sich insbesondere um Selbst-/Schleuderunfälle, Unfälle beim Fahrstreifenwechsel (Streifkollisionen) und Auffahrunfälle. Sechs Unfälle ereigneten sich in Stans im Bereich Kreisel Kreuzstrasse und in Hergiswil beim Verbindungstunnel A8/A2. Vier Unfälle wurden bei der A2-Verzweigung Buochserstrasse («Breiten») registriert.

«Wir möchten keine Unfälle»

Sinkende Unfall- und Verletztenzahlen seien für ihn positiv, sagt Lorenz Muhmenthaler. «Wir möchten keine Unfälle, keine Verletzten und keine Toten. Aber das ist nicht realistisch.» Muhmenthaler ist überzeugt: «Unsere Kontrolltätigkeit, die Prävention und die Präsenz der Polizei haben sicher auch etwas zu den sinkenden Zahlen beigetragen.»

Anzeige: