Ein Schutzdamm für Oberdorf und Wolfenschiessen

NIDWALDEN ⋅ Der Buoholzbach in den Gemeinden Oberdorf und Wolfenschiessen wird mit seitlichen Dämmen verbaut. Dies haben die Gemeinderäte entschieden. Ein Teil einer Gewerbezone muss somit aufgehoben werden.
04. September 2015, 15:26

Das Projekt sieht vor, den Buoholzbach mit seitlichen Leitdämmen daran zu hindern, Richtung Büren und Lochrüti auszubrechen. Die Einmündung in die Engelberger Aa wird um 250 Meter nach Norden verschoben. Da der nördliche Teil der Gewerbezone Hofwald als Geschieberückhalt genutzt wird, muss sie teilweise aufgegeben werden.

Als Alternative hatten Private ein Schutzprojekt mit mehreren Rückhaltebecken in die Diskussion eingebracht. Beide Varianten würden die minimalen Schutzziele erreichen, teilten die beiden Gemeinden am Freitag mit. Die Variante Schutzdamm sei aber nachhaltiger und wirtschaftlicher.

Mit der Variante «Rückhaltebecken» müsste zwar der nördliche Teil der Gewerbezone nicht aufgegeben werden, er könnte aber nicht mehr weiterentwickelt werden, da er in der roten Zone verbleiben würde, teilten die beiden Gemeinde mit.

11 statt 35 Millionen

Für die Variante «Schutzdamm» rechnet das Vorprojekt mit Kosten von 11 Millionen Franken, für die Variante «Rückhaltebecken» mit 35 Millionen Franken. Kosten für Projektierung, Land und Rechte sind noch nicht enthalten.

Diese ursprüngliche Variante «Schutzdamm» habe im Vergleich besser abgeschnitten als die später von Privaten eingebrachte Variante mit einem grossen Rückhaltebecken, teilten die beiden Gemeinden am Freitag mit.

Darum geht es

Beim Vorprojekt Variante «Schutzdamm» handelt es sich um jenes Massnahmenkonzept, das die
beiden Gemeinden Oberdorf und Wolfenschiessen im Jahre 2012 nach zahlreichen Untersuchungen
und einem umfassenden Variantenstudium zur besten Variante auserkoren haben. Das Projekt
sieht vor, den Buoholzbach mit seitlichen Leitdämmen daran zu hindern, in Richtung Büren im
Norden oder Lochrüti im Süden auszubrechen. Unterhalb des bestehenden Geschiebesammlers
im Hofwald wird das Gerinne nach Norden verschoben, sodass der Buoholzbach neu rund 250
Meter nördlicher in die Engelberger Aa mündet. Mit einem langen Schutzdamm entlang der rechten
Uferseite der Engelberger Aa wird ein grosser Rückhalteraum für das Geschiebe des Buoholzbachs
geschaffen. Er verhindert, dass Geschiebe in das Aawasser gelangt, dieses aufstaut und
zum Ausufern in Richtung Stans und Stansstad bringt.

Das Gebiet der Gewerbezone Hofwald wird künftig als Geschieberückhalteraum genutzt. Die Aufnahmekapazität für anfallendes Geschiebe des Buoholzbachs wird erhöht, indem das bestehende
Terrain abgesenkt wird. Das anfallende Aushubmaterial wird für die seitlichen Dammbauten verwendet.
Gleichzeitig wird ab dem Geschiebesammler Hofwald der Buoholzbach auf seiner ganzen
Länge bis zur Mündung in die Engelberger Aa auf rund 40 Meter Breite aufgeweitet. Dadurch kann
sich dort wieder ein natürlicher Abschnitt mit wechselnder Bachbreite bilden.

Die Gewerbezone südlich des heutigen Bachlaufs wird von der Variante «Schutzdamm» nur am Rande, durch die Dammverstärkung entlang des heutigen Bachlaufs, tangiert. Die Betriebe nördlich der Mündung des Buoholzbachs müssen hingegen ausgesiedelt werden. Im neuen Geschieberückhalteraum wird einzig die Geschiebeaufbereitung auch künftig möglich sein.
Die Baukosten für das Vorprojekt «Schutzdamm» belaufen sich ohne Kosten für Projektierung sowie
Land und Rechte auf rund 11 Millionen Franken. Dies bei einer Kostengenauigkeit von
plus/minus 20 Prozent (Kostenstand: Frühling 2015).

sda/rem


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