«Plädieren für eine einjährige Bauphase»

KEHRSITEN ⋅ Armin Späni vom Kurverein Kehrsiten freut sich, dass die Regierung nun die Kehrsitenstrasse sanieren will – auch wenn noch gewisse Wünsche offen sind.

04. Oktober 2016, 05:00

Die Kehrsitenstrasse soll umfassend saniert und damit sicherer gemacht werden. Das Gesamtprojekt erstreckt sich vom General-Guisan-Quai bis zur Kapelle Kehrsiten und umfasst den Steinschlagschutz, Verbesserung der Verkehrsqualität, Schutzeinrichtungen für die Amphibien und Instandstellung der Strasse. Das hat die Regierung Mitte September bekannt gegeben (wir berichteten). Die Kosten von 17,4 Mil­lionen Franken werden zum grössten Teil von Bund und Kanton getragen. Läuft alles nach Plan und nimmt das Projekt die Hürde von Regierung, Parlament und Ur­nenabstimmung, soll im Herbst 2019 Baustart sein. Armin Späni, der für den Kurverein Kehrsiten in der Arbeitsgruppe war, stimmen die Pläne zuversichtlich.

 

Die Kehrsiter fordern seit Jahrzehnten einen verbesserten Steinschlagschutz für die Kehrsitenstrasse. Armin Späni, was sagen Sie zu den Plänen der Regierung?

Wenn die Pläne so wie angekündigt umgesetzt werden, sind wir schon zufrieden, nach Jahren des Ringens mit dem Kanton. Das ist eine gute Sache. So kann man das Risiko maximal minimieren. Das ist dringend nötig. Alleine in diesem Jahr ereigneten sich bis jetzt drei grössere Steinschläge, der letzte Steinschlag war im Juli. Es war ein Riesenglück, dass niemand zu Schaden kam.

Das heisst, Ihre Forderungen wurden grösstenteils erfüllt?

Das kann man so sagen, abgesehen von wenigen vernachlässigbaren Details. Damit können wir aber leben. Wichtig ist uns, dass es jetzt vorwärtsgeht.

Nach dem Regierungsrat müssen noch der Landrat und schliesslich die Stimmbürger an der Urne über den 17,4-Millionen-Kredit befinden. Wie zuversichtlich sind Sie, dass das Projekt diese Hürden nimmt?

Ich glaube, dass die Politiker und Bürger genug vernünftig und einsichtig sind, um zu erkennen, dass das Projekt notwendig ist. Es soll nicht erst ein Mensch zu Schaden kommen. Von einer sichereren Kehrsitenstrasse profitieren nicht nur die Kehrsiter, sondern auch die Tagesausflügler oder die Besucher des Festungsmuseums. Etwas befremdlich finde ich, dass im Betrag auch die Kosten für die in den vergangenen Jahren vernachlässigten Unterhaltsarbeiten von rund 7 Millionen hineingepackt werden. Und auch, dass der gesamte Betrag nicht gestückelt wird, wie bei der Sanierung der Wiesenbergstrasse von 40 Millionen Franken, die nicht an die Urne kam.

Vorgesehen ist ein Bau in mehreren Etappen während dreier Winterhalbjahre. Während der Bauzeit gibt es eine Vollsperrung mit Schiffsbetrieb sowohl für Personen wie Fahrzeuge. Was halten Sie davon?

Das finden wir nicht optimal. Das gibt Unruhe, die Bauerei wird aufwendiger mit den Unterbrüchen, die Installationen müssen immer wieder aufgebaut und abgeräumt werden. Zudem sind wir so zwei weitere Jahre dem Steinschlagrisiko ausgesetzt. Wir plädieren für eine einjährige Bauphase und hoffen, dass die Regierung einlenkt.

War ein Tunnel in den Gesprächen auch ein Thema?

Das Thema ist seit Jahren vom Tisch. Zwei Gründe sprechen meiner Meinung nach dagegen. Die Kehrsitenstrasse müsste sowieso offen bleiben und damit sicherer gemacht werden. Ein gewichtiges Argument dagegen sind auch die Kosten von geschätzten 350 Millionen Franken. Einen Tunnel zu realisieren, wäre darum illusorisch, auch nur auf einem kleinen Abschnitt.


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