Präsident strahlt Zuversicht aus

NIDWALDEN ⋅ Die FDP geht als Verliererin aus der Regierungsratswahl hervor. Die Niederlage schmerze, doch könne er gut damit umgehen, so Präsident Ruedi Waser.

04. März 2016, 05:00

Interview Oliver Mattmann

Nicht nur die Liberalen, auch die Grünen und die SVP steigen nicht in einen zweiten Wahlgang und ebnen damit Josef Niederberger (CVP) den Weg in den Regierungsrat (siehe Ausgabe von gestern). De facto geht die FDP aber als Verliererin hervor. Sie muss den Sitz des abtretenden Baudirektors Hans Wicki preisgeben.

Ruedi Waser über das Echo der Parteibasis, die Suche nach geeigneten Kandidaten und seine Zukunft, nachdem er der FDP-Kantonalpartei mittlerweile seit neun Jahren vorsteht.

Haben Sie viele Reaktionen erhalten auf den Rückzug der FDP aus dem Regierungsratsrennen? Immerhin stellten Sie den bisherigen Amtsinhaber.
Ruedi Waser:
Zwei, drei Rückmeldungen, in denen Bedauern über den Sitzverlust ausgedrückt wurde, gab es schon. Viele dürften aber Verständnis haben für unser Handeln bei dieser Ausgangslage nach dem ersten Wahlgang.

Sie denken also, dass die Parteibasis der FDP den Verzicht goutieren wird.
Waser:
Natürlich löst diese Niederlage bei uns allen keine Freude aus. Aber wir mussten eingestehen, dass wir offensichtlich nicht den Kandidaten zur Verfügung stellen konnten, auf den die Wählerschaft gewartet hat. Es darf indes nicht vergessen werden, dass wir vor kurzem dank Hans Wicki den Ständeratssitz von der CVP holten. Ich bin der Meinung, man sollte das politische Gesamtbild betrachten und danach beurteilen. Aus dieser Optik kann ich ganz gut mit der aktuellen Situation umgehen.

Müssen Sie im Nachhinein eingestehen, auf das falsche Pferd gesetzt zu haben?
Waser:
Es stimmt, dass unser Kandidat in der Breite nicht den gewünschten Zuspruch erhalten hat. Regierungsratswahlen sind Personen- und keine Partei­wahlen. Mit dem müssen wir leben. Wir hatten im Endeffekt einen bescheidenen Kreis an potenziellen Anwärtern. Unsere «Nachwuchsplanung» ist auf die Gesamterneuerungswahlen alle vier Jahre ausgerichtet. Mögliche Kandidaten stecken meist in einem Berufsprozess, aus dem sie sich nicht auf die Schnelle herausreissen können, was bei Ersatzwahlen aber oft Voraussetzung ist, um überhaupt anzutreten.

Es kursiert das Gerücht, dass Stimmen in der FDP einen Kandidatenwechsel für den zweiten Wahlgang forderten.
Waser:
Das ist wirklich ein Gerücht. Zumindest habe ich nie von einer solchen Forderung gehört. In der Regel bringt ein solches Manöver gar nichts, wie die Erfahrung aus früheren Jahren gezeigt hat.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus der Niederlage?
Waser:
Wir müssen das Ganze abhaken und nach vorne schauen. Wir werden unsere Kräfte zum Wohle der Bevölkerung aufs politische Tagesgeschehen richten. Wir sind zuversichtlich, dass diese Arbeit bei einem nächsten Wahlgang honoriert wird.

Wie steht es um Sie selbst? Spüren Sie nach neun Jahren an der Spitze der FDP-Kantonalpartei noch keine Verschleisserscheinungen?
Waser:
Nein. Ich werde dieses Amt sicher nicht 20 Jahre lang machen, aber über einen Rücktritt habe ich mir bis dato keine konkreten Gedanken gemacht. Die Nachfolgeplanung ist für alle Ämter, so auch das des Präsidenten, eine Daueraufgabe. Es ist im Kanton nicht anders als bei der FDP Schweiz: Die Kandidaten für einen solchen Posten stehen nicht reihenweise herum. Das Präsidentenamt ist sehr anspruchsvoll und zeitintensiv. Es gibt nicht viele, die sich diesen Aufwand leisten können.


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