Projekt auf der Unter Spichermatt in Stans steckt in der Warteschlaufe

STANS ⋅ Auf der Unter Spichermatt tut sich noch immer nichts. Der Hochwasserschutz machte dem Bauherrn einen Strich durch die Rechnung.

29. November 2016, 05:00

Eine Zeit lang sah es aus, als ob in der Unter Spichermatt Bewegung in die Sache komme. Der Parkplatz wurde geräumt, auch das Teppichgeschäft zog nach fast drei Jahrzehnten aus dem Gebäude aus. Das war vor über einem Jahr. Seither passierte nichts mehr. Der Parkplatz ist wieder vermietet, ein Outlet hat die Räumlichkeiten gemietet. Dabei rechnete die Logis Suisse, eine gemeinnützige Wohnbaugesellschaft aus Baden AG, die im August 2015 das Grundstück Hermann Alexander Beyeler abgekauft hatte, damit, dass sie das Bau­gesuch für die Überbauung mit Wohnungen im Idealfall noch in diesem Jahr einreichen kann.

Doch daraus wird nichts. «Unser Projekt steckt in der Warteschlaufe», erklärte Jutta Mauderli von der Logis-Geschäfts­leitung. Das Problem ist der Hochwasserschutz. Solange die Oberdorfer und Wolfenschiesser dem Kredit für den Geschiebesammler beim Buoholzbach im Industriegebiet Hofwald nicht zustimmen, ist das Projekt an der Unter Spichermatt blockiert, wie es auf Nachfrage bei der Gemeinde Stans hiess. Denn man befürchtet, dass bei einem Hochwasser die Engelbergeraa Teile von Stans überfluten könnte – so auch die Unter Spichermatt.

Das bestätigte auch Viktor Schmidiger vom kantonalen Amt für Gefahrenmanagement. «Sollte die Engelbergeraa über das Ufer treten, könnte sich das Wasser seinen Weg durch den schmalen Trichter zwischen Stanserhorn und der A-2-Lärmschutzwand in Stans suchen. Ein Neubau auf der Unter Spichermatt würde diese Trichterfunktion noch verstärken», erläuterte er. Darum würde eine solche Überbauung auf der Unter Spichermatt nur bewilligt, wenn der Bau des Geschiebesammlers am Buoholzbach beschlossen sei. Die betroffenen Gemeinden konnten noch keine detaillierten Angaben machen, wann das der Fall sein werde.

«Wir waren wohl etwas zu optimistisch, was den Fahrplan für die Bewilligungen betrifft», meinte Jutta Mauderli. Zurzeit geht sie davon aus, dass nach der Einreichung des Gestaltungsplanes 2018 umgehend das Baugesuch erarbeitet werden kann. Im besten Fall, rechnet sie, können Ende 2019 die Baumaschinen auffahren und drei Jahre später die ersten Mieter einziehen. Die jahrelangen Verzögerungen dürften auch den Bau verteuerten – um 1 Million auf 91 Millionen Franken.

Die Pläne konkretisieren sich

Ganz zum Stillstand ist das Projekt allerdings nicht gekommen. Während man auf das grüne Licht von Wolfenschiessen/Oberdorf wartet, konkretisieren sich die Pläne. Vorgesehen ist auf dem Areal vis-à-vis dem Länderpark ein fünfgeschossiger Bau mit einem Attikageschoss und 201 auch altersgerechten Wohnungen, «im bezahlbaren Rahmen», wie Mauderli betonte, ohne genaue Beträge zu nennen. Statt einer Marktmiete, wo es um maximale Rendite gehe, wende die Logis Suisse die Kostenmiete an, basierend auf den effektiven Baukosten.

Im Erdgeschoss soll es Büros, Ateliers, einen Gemeinschaftsraum, ein kleines Restaurant und eine Kindertagesstätte geben. Auch eine Arztpraxis oder ein Spitex-Stützpunkt seien denkbar.

«Stanser Projekt passt gut in unser Portfolio»

Mit Opposition wie beim Vorgängerprojekt rechnet Mauderli nicht. Und auch vor die Gemeindeversammlung muss das Geschäft nicht mehr, da die Nutzung dieselbe bleibt. Die Logis Suisse AG mit einer Bilanzsumme von 651 Millionen und einem Aktienkapital von 84 Millionen Franken besitzt 80 Liegenschaften und rund 2700 Wohnungen in fast der ganzen Deutschschweiz.

Die im Jahre 1973 gegründete Gesellschaft, die gemäss Website fairen Wohnraum schafft und fördert, betritt erstmals Nidwaldner Boden. «Das Stanser Projekt passt sehr gut in unser Portfolio, und die Nachfrage nach günstigen Mietwohnungen in einer wachsenden Region mit vielen Arbeitsplätzen übersteigt zurzeit das Angebot», sagte Jutta Mauderli.

Matthias Piazza


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