Statt Glace sind Marroni gefragt

STANS ⋅ Schneetreiben und winterliche Temperaturen konnten der Stimmung am Stanser Frühlingsmarkt nichts anhaben. Einige Marktbetreiber zeigten sich besonders flexibel.
20. April 2017, 08:22

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Wenn auch nur, um die Hände etwas zu wärmen», meint ein älterer Herr und kauft bei Robert Bieri heisse Marroni. Was nach einer Szene im Winter aussieht, spielte sich gestern Vormittag am traditionellen Stanser Frühlingsmarkt ab, der zeitweise bei Schneefall und rund 4 Grad stattfand. «Normalerweise verkaufe ich am Frühlingsmarkt Zuckerwatte und Glace, jetzt habe ich kurzfristig eben auf Marroni umgestellt, welche ich sonst nur im Herbst verkaufe», meint Robert Bieri. Der Marktfahrer aus dem sankt-gallischen Haag kommt schon seit 30 Jahren an den Stanser Markt.

Dass er Marroni im Frühling verkaufe, komme aber eher selten vor. «Sobald es etwas wärmer wird, wollen die Leute Glace.» Doch seine Flexibilität hat sich ausbezahlt. Die Edelkastanien sind bei diesem Wetter gefragt. «Die Leute sind froh, dass es etwas Warmes gibt», weiss Bieri, der sich die gute Laune durch die Kälte nicht verderben lässt. «Man passt sich dem Wetter an. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.»

«Schneien müsste es nicht unbedingt»

Auf dem Dorfplatz verkauft Anna Busslinger aus Baden-Dättwil unter anderem Balsamsocken. Stans ist für sie der zweitbeste Markt. Vom garstigen Wetter ist sie nicht gerade begeistert. «Die Leute kommen hierher bei jedem Wetter, aber schneien müsste es auch nicht unbedingt.» Man könne von den Leuten ja nicht verlangen, dass sie bei diesem Wetter rausgingen. Am Vormittag kämen normalerweise die Hausfrauen, diese seien diesmal etwas ausgeblieben.

«Für uns spielt das Wetter keine Rolle, wir können auf unsere treuen Stammkunden zählen. Wir kommen immer mit Freude und ohne Erwartungen an den Markt», meint Martin Breitenmoser aus Steinach SG, der jährlich an rund 150 Märkten Jacken und Ähnliches verkauft. Damit führt er eine Tradition seines Vaters und Grossvaters fort. Er selber ist schon seit 17 Jahren dabei. «Es gibt nichts Schöneres», meint er zu seinem Beruf. Den Stanser Markt schätzt er besonders. «Hier ist die Marktkultur gross. Man geht an den Markt, ob man etwas kauft oder nicht, die Leute sind sympathisch, freundlich und interessiert, man kennt sich.» Solch gute Erfahrungen mache er übrigens auch in Sarnen und Kerns.


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