Tourismus setzt auf Natur

NIDWALDEN ⋅ 40 Naturerlebnisse gehören zur diesjährigen Kampagne von Nidwalden Tourismus. Einen besonderen Fokus will man auf Gäste aus dem Aargau legen.

15. März 2017, 05:00

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Bei schönem Frühlingswetter lassen sich die Lamas auf dem Hof von Sepp und Naëmi Waser in Stans bereitwillig herumführen. 13 der Lasttiere stehen in ihrem Stall. Die Familie bietet verschiedene Aktivitäten – etwa Wanderungen – mit den Tieren an. Nidwalden Tourismus hat am Dienstag auf dem Hof der Wasers die neuste Aktion vorgestellt. «Wir haben zusammen mit den Gemeinden und touristischen Leistungsträgern 40 Naturerlebnisse zusammengetragen», sagt Erna Blättler, Geschäftsführerin von Nidwalden Tourismus. Man habe aus sehr vielen Ideen auswählen können, so Blättler, gleichzeitig streicht sie die gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Tourismusvereinen heraus. Entstanden ist eine Faltkarte, auf der die Naturerlebnisse verzeichnet sind. Darunter etwa die Risleten-Schlucht bei Beckenried, Obstlehrpfad in Kehrsiten, Pilatus-Seilpark oder Pedalo-Plausch in Buochs. Auch zahlreiche kulinarische Angebote gehören dazu. Peter Steiner von Stans Tourismus, der den Kontakt zu Wasers herstellte, ist überzeugt, dass die Lamas innerhalb der 40 Angebote etwas Spezielles seien.

Wettbewerb als zusätzlicher Anreiz

Verbunden wird die Aktion mit einem Wettbewerb. Auf einer Karte kann man sich per Stempel den Besuch der Attraktionen bestätigen lassen. Hat man drei Stempel zusammen, gibt es wahlweise Alpenkräutertee vom Biohof in Grafenort oder ein spezielles Stirnband vom Engelberger Label Polarbear. Wer will, kann zudem an der Verlosung einer Säumer-Wanderwoche für zwei Personen auf der Sbrinzroute teilnehmen. Blättler erhofft sich ­einen Rücklauf von 450 Karten.

Die Aktion reiht sich in die Kampagnen vergangener Jahre wie Bergbahnen, Aussichtspunkte oder Feuerstellen ein. Josef ­Lussi, Präsident von Nidwalden Tourismus, sieht darin die ideale Vermarktungsform für Nidwalden. Es sei fast eine Art Guerilla-Marketing, findet er. Geschuldet sei dies auch den begrenzten Mitteln, die der Tourismusorganisation zur Verfügung stünden. Die klassischen Marketingkanäle, die etwa Schweiz Tourismus anböte, seien zu kostspielig. Die Aktion passe zu ihren Absichten, betont Lussi: «Wir haben von Anfang an nicht auf Car- oder Massentourismus gesetzt.»

Aktion setzt vor allem auf einheimische Gäste

Die vorgestellte Kampagne startet offiziell am 28. März. «Im Moment sind wir dabei, den mitmachenden Anbietern das notwendige Material zu verteilen», so Erna Blättler. «Wir haben festgestellt, dass die vergangenen Aktionen bei den Einheimischen sehr gut angekommen sind.» Letztes Jahr etwa seien die Angebote zu 60 Prozent von Personen aus Ob- und Nidwalden und zu 35 Prozent von Leuten aus dem Raum Luzern genutzt worden. Offenbar suchen auch Stadtmenschen vermehrt das Naturerlebnis. Darum setzt man wiederum auf die Region. «Wir werden die Faltkarte jedem Haushalt in Ob- und Nidwalden verteilen.» Ebenfalls in ihrem Briefkasten werden sie die Urnerinnen und Urner finden. «Wir sind überzeugt, dass auch die Urner Naturmenschen sind», meint Erna Blättler. Und Nidwalden sei nahe. Ein zusätzlicher Fokus auf den Kanton Zug habe im Vorjahr nicht die gewünschte Resonanz gebracht. Darum will Nidwalden Tourismus in diesem Jahr vermehrt im Kanton Aargau präsent sein, vor allem mit Inseraten. Neben der klassischen Verteilung von gedruckten Produkten setzt man auch auf Online-Kanäle wie Facebook.

Hinweis

Mehr Informationen ab 28. März auf www.nidwalden.com.


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