Urchige Berglerstimmen faszinierten

STANS ⋅ An einem Konzert des Jodlerklubs Wiesenberg teilzunehmen, ist nicht ganz einfach. In der ausverkauften Turmatthalle erlebten die Konzertbesucher einen abwechslungsreichen Abend.

28. November 2016, 05:00

Die Faszination, die der Jodlerklub Wiesenberg bei seiner Fangemeinde und der gesamten Jodlerszene auslöst, ist nach wie vor ungebrochen. Auch einige Jahre nach ihren Grosserfolgen begeistern die urchigen Berglerstimmen nach wie vor. Dies belegt auch die kaum überblickbare Lis­te an Delegationen, die Präsident Thoma Gisler zu Beginn vorlas. Aus Sicht der nicht ganz 1000 Zuschauer betrachtet, ist es fast schon ein Privileg, überhaupt dabei sein zu dürfen. Als nämlich am 24. Oktober der Vorverkauf eröffnet wurde, war das erste Konzert in der Turmatthalle innert kurzer Zeit ausverkauft. Inzwischen ist auch das Konzert in der Pfarrkirche Stans ausverkauft.

Mitglieder werden beim Vorverkauf bevorzugt

Was dabei auffiel: Die Ehren-, Passiv-, Gönnermitglieder und auch die Mitglieder des Fanklubs konnten sich ihre Plätze bereits früher sichern. Und dies mit gutem Grund, liess Präsident Thomas Gisler durchblicken: «Schon als die Wiesenberger ihr Konzert noch in Dallenwil durchführten, war es für ihre Freunde kaum möglich, telefonisch durchzukommen, um ein Eintrittsbillett zu erhalten.» Für den Präsidenten ist klar: «Das sind unsere Ehren-, Passiv- und Gönnermitglieder, die uns während des ganzen Jahres unterstützen.»

Nicht einfach ist es auch für Jodlerklubs, welche die Wiesenberger als Gastklub möchten. Gelungen ist dies dem Gastklub Jodel­chörli Degersheim, den die Wiesenberger an einem Jodelfest kennen lernten. An ihrem Konzert in einem Jahr tritt der Jodlerklub Wiesenberg ebenfalls als Gastklub auf. Auch das ein Privileg. Präsident Ueli Feiss sagte dem Publikum stolz: «All die, welche kein Billett erwischten, können zu uns kommen.» Obwohl zu erwarten ist, dass auch dieses Konzert schnell mal ausverkauft sein wird. In ihrer Toggenburgertracht mit den beschlagenen Hosenträger waren die Jodler eine Augenweide. Als routinierter Klub überzeugten die Degersheimer mit ihrer Art, wie sie den Toggenburger Naturjodel interpretieren, und mit den ganz speziellen Appenzeller Zäuerli.

Aus Grindelwald kam als weiterer Gastklub die Jodlergruppa Edelwyss Stärnen. Die drei Frauen und sechs Männer formierten sich kürzlich neu, sind also mit ihren Liedern, Juitz und vor allem mit ihren starken Stimmen noch im Aufbau. So richtig in die Herzen des Publikums sangen sie sich mit dem Jodellied «Miis ­Flionalp» aus der Feder des legendären Jodlers Ruedi Rymann.

Dirigenten haben sich ein dickes Lob verdient

Dafür, dass die 24 Wiesenberger Jodler nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sorgen ihre beiden ­Dirigenten. Silvia Windlin und Fredy Wallimann erhielten am Schluss des Konzertes viel Lob von Präsident Gisler. Ihnen ist es gelungen, diese Berglerstimmen zu einer Einheit zu formen. Während Silvia Windlin den Klub seit Anfang dirigiert, kam Fredy ­Wallimann erst später dazu. Mit «Zfridäheit» von Anna Müller-Preisig, «Älplerzyt» von Neldi Ming und «Läb wohl» von Ruedi Roth nahmen sie drei Lieder in ihr Repertoire auf. Aber auch der Naturjutz «A Jodlerstärn» und «Bärgsunntig Juitz» von ­Fredy Wallimann und Mario ­Gerber wurden neu einstudiert. Mit dem «Hörnligrat-Juitz» von den Vorjodlern Noldi Amstutz und Thomas Gisler und dem Lied «Zfridäheit», welches kaum besser zur heutigen Zeit passen könnte, gaben sie bereits zu ­Beginn eine Kostprobe ihres Könnens.

Ansager gehört dazu wie die Köchin zum Pfarrer

Einer, der auch seit Beginn dazu gehört, ist Klaus Odermatt als pointierter Ansager. Vielen bekannt als «Geyger Chlais». In seiner Begrüssung meinte Thomas Gisler: «‹Geyger Chlais› gehört zu uns wie die Pfarrköchin zum Pfarrer.» Als die Reihe an ihm war, entgegnete Geyger Chlais, der mit viel Witz durch den Abend führte: «Wir harmonieren auch wie ein altes Liebespäärli.»

Als Auftakt und auch während des Konzerts als Einlage spielte das Ländlertrio Begge­rieder-Gruss.

Richard Greuter


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