Wenn die Motorsägen heulen: So arbeiten Forstwarte

STANS ⋅ An den Berufsinformationstagen erleben die Jugendlichen ein erstes Mal ihren Wunschberuf. Rund 20 Achtklässler begaben sich auf Tuchfühlung mit dem Beruf des Forstwartes.

13. Oktober 2016, 05:00

Der Arbeitsplatz des Forstwartes ist oft in einem abgelegenen Wald. Das erfuhren rund 20 Achtklässler gestern hautnah. Vom Treffpunkt im Forsthaus Kreuzegg unterhalb der Mittelstation Chälti gings einen Kilometer weiter bergwärts, wo Ueli Barmettler, Leiter Forstbetrieb der Genossenkorporation Stans, den Jugendlichen Grundsätzliches zum Beruf des Forstwartes und deren Arbeitsbedingungen erklärte, die es mit sich brächten, dass man auch über Mittag im Wald bleibe oder im Bauwagen und dass wegen der Arbeitssicherheit kurze Hosen tabu seien.

Dann wurde es das erste Mal praktisch. Motorkettensägen wurden in der Runde herumgereicht, für viele Jugendliche wohl das erste Mal, dass sie dieses wichtige Forstarbeitsgerät in der Hand halten durften.

Als Nächstes kommt die Schnupperlehre

Nach dieser Einführung ging es an den eigentlichen Ort des Geschehens, in den Wald hinein, wo es nach einigen Erklärungen rund um die Waldpflege konkret wurde. Eine Motorkettensäge heulte auf, Bäume fielen – unter den staunenden Augen der jugendlichen Besucher. Auch Gian-Andrin Lohri (13) aus Buochs war begeistert. «Ich bin gerne im Wald und beschäftige mich gerne mit Pflanzen», begründet er seine Teilnahme an dieser Veranstaltung. So in etwa habe er sich diesen Beruf vorgestellt. Als Nächstes werde er wohl eine Schnupperlehre ins Auge fassen.

Mit Gian-Andrin haben diese Woche noch rund 300 weitere Achtklässler an den Berufsinformationstagen (BIT) teilgenommen, welche die Berufs- und Studienberatung Nidwalden und die Berufs- und Weiterbildungsberatung Obwalden zusammen organisieren. Rund 130 kommen aus Nidwalden, etwa 180 aus Obwalden. Das entspricht einer Teilnehmerquote von rund 50 Prozent. In einer Vielzahl von Ob- und Nidwaldner Betrieben dürfen die Jugendlichen diese Woche in je drei Berufe reinschauen, um einen ersten Eindruck ihres vermeintlichen Traumberufs zu erhalten.

Zu den Favoriten zählen Innendekorateur, Gestalter Werbetechnik, Polygraf, Dentalassistentin, Hotelfachfrau, Polymechaniker und Fachfrau Gesundheit und Kaufmann. Rund 40 Betriebe, beziehungsweise deren Mitarbeiter aus Ob- und Nidwalden nehmen sich rund zwei Stunden Zeit, um dem potenziellen Nachwuchs den Betrieb und den jeweiligen Beruf näherzubringen.

Für Katia Felber von der Berufsberatung Nidwalden bilden diese langjährigen und bewährten Berufsinformationstage ein wichtiges Glied in der Kette des Berufswahlprozesses, auch wenn es noch fast zwei Jahre bis zum Lehrbeginn dauere. «Nachdem in der Schule die ersten Interessen und Stärken in Bezug auf die Berufswahl geklärt wurden, geht es beim BIT darum, niederschwellig in Berufe reinzuschauen, diese miteinander zu vergleichen und zu klären, ob man auf dem richtigen Weg ist», erklärt sie. Der nächste Schritt ist danach das genauere Betrachten von Berufen über eine längere Zeitdauer in einer Schnupperlehre.

Berufsinformationstage kommen bei Schülern an

Die BIT kommen an, weiss Katia Felber. «Die Feedbacks der Jugendlichen sind mehrheitlich sehr positiv, vor allem wenn sie Berufe – wie den des Forstwartes - hautnah vor Ort erleben dürfen und von den motivierten Berufsleuten aus erster Hand informiert werden.»

Viele Schüler würden an einem solchen Tag entscheidende Erkenntnisse gewinnen, dank des Abgleichs zwischen Vorstellung und Realität. «Der grosse Vorteil ist das Erlebnis des Berufes, statt nur über diesen zu lesen oder einen Film zu schauen.»

Matthias Piazza


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