Wunschnummern finanzieren Ausweis

OB-/ NIDWALDEN ⋅ Neulenker erhalten künftig den definitiven Führerausweis geschenkt. Bezahlt wird das aus dem Verkehrssicherheitsfonds des VSZ.

08. Januar 2016, 05:00

Martin Uebelhart

Wer eine besonders tiefe Auto- oder Töffnummer möchte oder sich ein Wunschkennzeichen prägen lassen will, hat diese Möglichkeit in Ob- und Nidwalden. Dafür müssen die Fahrzeughalter zwischen 100 und 10 000 Franken auslegen. Die Verkäufe solcher begehrter Nummernschildern bringen dem Verkehrssicherheitszentrum (VSZ) Obwalden und Nidwalden rund 100 000 Franken im Jahr ein. «Die Hälfte davon braucht das VSZ für die Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Nummern. Für die Reinigung oder die Neuherstellung», sagte VSZ-Verwaltungsratspräsidentin Marianne Blättler gestern an einer Medienorientierung. Mit der anderen Hälfte wird ein Verkehrssicherheitsfonds geäufnet.

Ein Geschenk für 450 Neulenker

Von diesem Geld profitieren seit Neujahr auch die Neulenker in Ob- und Nidwalden. «Der Verwaltungsrat hat entschieden, die jungen Menschen so zu unterstützen», sagte Marianne Blättler. «Die Fahrausbildung kostet heute schnell 4000 Franken oder mehr», schätzte VSZ-Geschäftsführer Cyrill Omlin. Und mit der bestandenen Fahrprüfung ist es heute nicht mehr getan. Die Neulenker erhalten einen Führerschein auf Probe und müssen innert dreier Jahre an zwei Tagen Weiterbildungskurse absolvieren. Erst mit dem Nachweis der besuchten Kurse wird der unbefristete Führerschein ausgestellt. «Die 30 Franken für dieses Dokument schenken wir in Zukunft den Neulenkern», so Marianne Blättler. Laut Cyrill Omlin profitieren – bei derzeit von Jahr zu Jahr eher sinkenden Zahlen – 2016 schätzungsweise 450 Personen von der neuen Regelung.

Weitere Unterstützung ist denkbar

Im Verkehrssicherheitsfonds lagen Ende 2014 gut 226 000 Franken, rund 37 000 Franken sind in dem Jahr ausgeschüttet worden. Marianne Blättler kann sich vorstellen, in einem weiteren Schritt junge Menschen noch zusätzlich bei der Fahrausbildung zu unterstützen, etwa im Rahmen der Theorieprüfung oder ähnlichem.

Der Verkehrssicherheitsfonds wird auch für weitere Verwendungszwecke angezapft. «Aus diesen Mitteln bezahlen wir etwa die Geschwindigkeitsanzeigen, die an wechselnden Orten am Strassenrand angebracht sind», sagte Marianne Blättler. Cyrill Omlin zählte weitere Möglichkeiten auf: «Wir unterstützen die Radfahrerprüfung in den beiden Kantonen oder auch kleinere Präventionsmassnahmen in Zusammenarbeit mit der Polizei.» Auch Anträge für Unterstützung von Aktivitäten würden eingehen.


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