Zentralbahn-Kampagne wirbt für mehr Anstand

OB- UND NIDWALDEN ⋅ Nicht laut telefonieren, Abfall richtig entsorgen und den Anweisungen des Zugpersonals folgen – das sind nur drei der Verhaltensregeln, welche die Zentralbahn für Züge und Bahnhöfe aufgestellt hat. Das Ziel sind zufriedene Fahrgäste.
11. Oktober 2017, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Anstand im Zug ist ein Dauerbrenner. Wer hat sich nicht schon wegen lauter Musik, pöbelnden Mitfahrern und Gepäck auf stark nachgefragten Sitzen aufgeregt? Auch die Bähnler sind davor nicht gefeit. «Mich persönlich stört es am meisten, wenn die Leute ihre Schuhe auf das Polster legen», sagt Michael Schürch, Geschäftsführer der Zentralbahn (ZB).

Für ein gutes Klima im Zug und am Bahnhof lanciert die ZB auch diesen Herbst wieder die Kampagne «Respekt». Noch bis Ende Oktober werden Fahrgäste per Flyer in Zügen und Bahnhöfen, aber auch auf den Bildschirmen im Zug auf Verhaltensregeln aufmerksam gemacht, «die man in der Gesellschaft an sich kennen sollte», sagt Schürch. «Es geht um Anstand, aber auch um Diskretion und Sicherheit.» Am Bahnhof etwa werden die Kunden darauf hingewiesen, beim Anstehen vor dem Schalter nicht laut zu telefonieren und Abstand zu der nächsten Person in der Schlange zu halten.

Bis Ende Jahr gibt es für jeden Zug eine Zugordnung

Auch an das Verbot von Vandalismus, Gleisüberschreitung und das Fahrverbot mit Velo, Skateboard und Rollschuhen wird mit Hilfe von Piktogrammen erinnert. Die ZB bittet weiter darum, im und um den Bahnhof keine laute Musik zu hören oder laut zu sprechen. Sowohl im Bahnhof als auch im Zug werden Kunden aufgefordert, ihren Abfall im Eimer, am besten auf dem Perron, zu entsorgen, und stets die Anordnungen des Personals zu befolgen. Im Zug sollen zudem neben den Füssen auch die Tiere auf dem Boden bleiben, und Gepäck gehöre in die Ablage oder unter die Sitze. Musik sei mit Kopfhörern und in diskreter Lautstärke zu hören, bittet die ZB.

«Bis zum Fahrplanwechsel Ende Jahr werden ausserdem alle ZB-Züge mit einer Zugordnung ausgestattet», sagt Schürch. Auf dieser Tafel sieht der Fahrgast neben den Regeln auch die Konsequenzen bei Nichtbefolgung. «Transportausschluss, Schadenersatzforderung, Erhebung von Zuschlägen und Strafverfolgung» drohen. Explizit weist die ZB darauf hin, dass Beschimpfungen, Drohungen und Tätlichkeiten gegen das Personal von Amtes wegen verfolgt werden.

Beschwerden gibt es immer mal wieder

Warum all diese Hinweise? «Wir erhalten zwar immer mal wieder Meldungen von Fahrgästen, die sich über das Verhalten anderer beschweren», sagt Michael Schürch. «Einen starken Anstieg können wir aber nicht feststellen. Es geht uns einfach darum, dass sich die Kunden wohlfühlen.» Die ZB will auch auf die Fahrgäste abgestimmt informieren. «In unseren Zügen haben wir etwa Zusatzsymbole für asiatische Fahrgäste, die zeigen, wie sie die Toiletten benützen sollen.»

Die ZB führt die Respekt-Kampagne seit fünf Jahren jeden Herbst durch. Michael Schürch glaubt an ihre Wirkung. «In Zahlen lässt sich dies zwar nicht ausdrücken, aber die Kundenzufriedenheit hat sich laut einer Umfrage zwischen 2014 und 2016 verbessert», so Schürch. Da spiele sicher auch das Wohlbefinden im Zug eine Rolle. «Die Piktogramme und die Hinweistafeln können zudem den Fahrgästen Mut machen, andere auf die Regeln hinzuweisen», sagt Schürch. «So habe ich einen ‹Füsse-auf-das-Polster-Leger› schon gefragt, ob er das auch zu Hause auf dem Sofa mache.»

Hinweis

Weitere Infos finden Sie auf www.zentralbahn.ch/de/respekt.


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