Abgeklärte Freiburger ringen Ad Astra nieder

UNIHOCKEY ⋅ Ad Astra Sarnen verliert das hart umkämpfte Heimspiel gegen den Aufsteiger Floorball Fribourg mit 3:4 nach Verlängerung. Die Obwaldner können froh um den einen Punkt sein.
09. Oktober 2017, 04:38

60 Minuten reichten nicht, um einen Sieger im Aufeinandertreffen zwischen Ad Astra Sarnen und Floorball Fribourg auszumachen. Der Schluss des Spiels in der Verlängerung passte dann aus Sicht des Heimteams zur Partie: Fribourg lancierte einen Konterangriff, Torhüter Mario Britschgi wehrte den Abschluss von der Seite zwar ab, der Ball prallte aber vors Tor auf den Schuh eines eigenen Verteidigers und von dort direkt über die Linie ins Netz. Ein unglücklicher Treffer, welcher den Gästen den viel umjubelten Extrapunkt sicherte. Floorball Fribourg war das glücklichere Team in diesem Spiel. «Aber immerhin stehen wir nicht ganz mit leeren Händen da, was bei diesem Spielverlauf durchaus möglich gewesen wäre», meinte Marco Schöni nach Spielschluss. «Trotzdem ärgert es natürlich, dass wir nicht zumindest den Zusatzpunkt geholt haben. Aber das Spiel wollte scheinbar einfach nicht auf unsere Seite kippen.»

Die Partie dieser zwei abgeklärten Mannschaften war über lange Zeit eher unspektakulär und lebte hauptsächlich von der Spannung. Zwei frühe Strafen bremsten die Sarner zu Spielbeginn aus. Beide Unterzahlsituationen überstanden sie jedoch schadlos, im Anschluss kam das Heimteam immer besser ins Spiel. Ad Astra hatte zwar viel Ballbesitz und trug Sorge zum Ball, hatte aber Mühe gegen die gut und kompakt stehenden Gäste, zu zwingenden Chancen zu kommen. Es bedurfte – einmal mehr – einer Überzahlsituation, ehe das erste Tor gelang: Lauri Liikanen traf mit einem seiner gefürchteten Drehschüsse kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:0 für Sarnen.

Dem Gegner ein Tor «geschenkt»

Im Mitteldrittel glich das Spiel dem Geschehen in den ersten 20 Minuten. Ad Astra dominierte, fand den direkten Weg aufs Tor der Freiburger aber zu selten. Und wenn ein Sarner mal in einer guten Abschlussposition war, scheiterte er entweder am eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Freiburger Schlussmann Krattinger. Auf der Gegenseite kamen die Romands im Mittel­abschnitt nur sehr selten vors Tor von Britschgi. Umso überraschender kam der Ausgleich für die Gäste zu Stande: Die Sarner schenkten mit einem dummen Ballverlust Streit den Ball, dieser versenkte ihn platziert via Torlatte zum 1:1 in die Maschen. Somit war das Spiel mit Beginn des Schlussabschnitts wieder ausgeglichen.

Turbulente Schlussphase

Der Spielverlauf liess vermuten, dass der nächste Treffer in dieser Partie ein sehr wichtiger werden würde. Dieser gelang den Gästen: 53 Minuten waren gespielt, als Travanti mit einem abgefälschten Schuss aus dem Slot das 2:1 für die Fribourger erzielte. Die Sarner waren darob sichtlich geschockt, genau 30 Sekunden später gelang den Gästen gar das 3:1. Moilanen reagierte und nahm ein Time-out. «Das war schon eine harte Wendung. Wir wähnten das Spiel unter Kontrolle, kassierten dann aber einen Doppelschlag und waren plötzlich unter Zugzwang», meinte Marco Schöni. Sechs Minuten blieben den Sarnern noch, um die Niederlage in der regulären Spielzeit abzuwenden. In die Hände spielte Ad Astra kurz darauf, dass zum vierten Mal an diesem Abend ein Freiburger auf die Strafbank geschickt wurde. Erneut war es Liikanen, welcher seinen ersten Treffer quasi kopierte und im Powerplay auf 2:3 verkürzen konnte. Eine Minute später war der Ausgleich Tatsache: Jonas Höltschi traf mit einem platzierten Drehschuss von der Seite via Pfosten ins Netz.

In der Verlängerung hatten beide Teams ihre Chancen. Roman Schöni traf mit einem Abschluss nur den Pfosten, der Ball wollte jedoch nicht ins Tor kullern. Auf der Gegenseite hielt Britschgi in der 67. Minute einen streng gepfiffenen Penalty. Auch die folgende vierte Unterzahl­situation überstanden die Sarner schadlos, ehe dann der aus Sicht des Heimteams unglückliche vierte Gegentreffer doch noch fiel. «Alles in allem spielten wir nicht schlecht. Wir machten aber zu wenig aus unserem Ballbesitz. Wir hatten zu wenig Abschlüsse aus den wirklich gefährlichen Zonen und vor dem gegnerischen Tor oft zu wenig Verkehr», bilanzierte Schöni. Ein einfaches Fazit zog ein genervter Mario Britschgi: «Mindestens zwei der vier Treffer haben wir den Freiburgern geschenkt. Sie schenkten uns keinen und haben sich mit ihrem disziplinierten Spiel belohnt.» (jh)

NLB. 5. Runde: Langenthal Aarwangen – March-Höfe Altendorf 3:2 n. V. Grünenmatt – Gordola 6:5 n. V. Basel Regio – Sarganserland 7:6 n. V. Ad Astra Sarnen – Fribourg 3:4 n. V. Zürich Pfannenstiel Egg – Thurgau 3:4. Ticino – Davos-Klosters 8:5.

Rangliste (alle 5 Spiele): 1. Basel Regio 14. 2. Langenthal Aarwangen 14. 3. Fribourg 11. 4. Thurgau 10. 5. Sarnen 9. 6. Ticino 8. 7. Grünenmatt 5. 8. Pfannenstiel Egg 4. 9. March-Höfe Altendorf 4. 10. Davos-Klosters 3. 11. Gordola 3. 12. Sarganserland 2.

Sarnen – Fribourg 3:4 (1:0, 0:1, 2:2, 0:1) n. V.

Dreifachhalle. – 250 Zuschauer. – SR Ardielli/Häusler. – Tore: 19:05 Liikanen (Markström/Ausschluss Kunz) 1:0. 39. Streit 1:1. 53:16 Travanti (Streit) 1:2. 53:46 Stirnimann (Müller) 1:3. 57. Liikanen (Eronen/Ausschluss Barbey) 2:3. 58. Höltschi (Markström) 3:3. 69. Roulin 3:4. – Strafen: Je 4-mal 2 Minuten. – Sarnen: Britschgi; Höltschi, Markström; Läubli, Pass; Berchtold; Boschung, Amstutz, Eronen; Abegg, Zurmühle, R. Schöni; Haas, M. Schöni, C. von Wyl; Liikanen, Ming. – Bemerkungen: Sarnen ohne Amrein, Dubacher und J. von Wyl (alle Ersatz) sowie B. von Wyl (verletzt). 54. Time-out Sarnen. 67. Britschgi hält Penalty von Streit.


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