Altes Schulhaus macht Schulrat Bauchweh

EMMETTEN ⋅ Das Schulhaus mit Baujahr 1960 will der Schulrat abreissen und durch einen Neubau ersetzen. Daran führe kein Weg vorbei. Die Emmetter stimmen als Nächstes über einen Kredit für einen Projektwettbewerb ab.
14. November 2017, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«An allen Ecken und Enden kommen Mängel zum Vorschein. Überall müsste man investieren. Auch die Heizung erreichte das Ende ihrer Lebensdauer», beschreibt der für die Liegenschaften zuständige Schulrat Gerhard Kurmann den Zustand des ältesten der drei Emmetter Primarschulhäuser.

Auch der dazugezogene Bauherrenbegleiter Markus Barmettler, der im Auftrag des Schulrates eine Gebäudezustandsanalyse des 57-jährigen Gebäudes machte, spricht von einem schlechten Zustand des Gebäudes, von einem hohen Energieverlust, ungenügender und fehlender Wärmedämmung und undichten Fenstern. Auch die ganze Haustechnik sei veraltet, ein Wasserschaden durch rostige Leitungen könne in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Brandschutz und fehlende Fluchtwege seien weitere Schwachpunkte.

Sanierung sei keine Alternative

Ein Neubau soll das baufällige Schulhaus aus dem Jahr 1960 ersetzen. Eine Sanierung ist gemäss Markus Barmettler keine Alternative. «Bei diesem schlechten Zustand müsste man das Gebäude bis auf den Rohbau zurückbauen, also bis auf 20 Prozent der Gebäudesubstanz. Wenn man bedenkt, dass eine Sanierung im Schnitt 20 Prozent teurer zu stehen kommt als ein Neubau, so würde man damit kaum Kosten einsparen.» Für Schulleiter Thomas Zberg ist eine Sanierung auch aus schulischen Gründen keine Alternative. Mit Blick in die Zukunft sagt er: «Bis im Jahr 2023 wird sich die Zahl der Doppelklassen von drei auf fünf erhöhen, die Zahl der Schüler von 58 auf 72. Auch brauchen zeitgemässe Unterrichtsmethoden an sich schon zusätzliche Räume wie etwa Gruppenräume.»

Prekär seien die Platzverhältnisse beim betreuten Mittagstisch. «Die Kinder müssen im Wohnzimmer der ehemaligen Hauswartswohnung essen. Auch haben die Kinder keinen geeigneten Raum, um sich aufzuhalten», führt Thomas Zberg aus. Auch der sanierungsbedürftige Allwetterplatz soll erneuert werden.

Schulhaus soll 2020 fertig sein

Am 24. November stimmen die Emmetter an ihrer Gemeindeversammlung über einen Kredit über 250 000 Franken für einen Architekturwettbewerb ab. «Wir wollen keinen Prestigebau, sondern eine preiswerte und vor ­allem zweckmässige Lösung», umreisst Gerhard Kurmann die Anforderungen.

Einen konkreten Höchstbetrag gebe man den Architekten nicht vor. Doch ist für Schulpräsident Urs Müller klar, dass man im Jahr 2021 voraussichtlich um eine Steuererhöhung von etwa 0,15 auf 1,42 Einheiten nicht herumkomme. «Die Investition in ein neues, zeitgemässes Schulhaus soll uns diesen Preis aber wert sein.» Das neue Schulhaus soll 2020 bezugsbereit sein.

Daneben dürfen die Emmetter über drei Budgets abstimmen, die allesamt positiv abschliessen. So rechnet die politische Gemeinde mit einem Plus von 110 930 Franken – bei einem Aufwand von rund 4,5 und einem Ertrag von 4,6 Millionen Franken.

Praktisch ausgeglichen – mit einem kleinen Überschuss von 9499 Franken – präsentiert sich das Budget der Schulgemeinde (Aufwand und Ertrag je 2,5 Millionen Franken). Die Kirchgemeinde rechnet mit einem Aufwand und einem Ertrag von je 490 000 Franken. Der Steuerfuss bei der politischen Gemeinde bleibt bei 0,95, bei der Schulgemeinde bei 1,27 und bei der Kirchgemeinde bei 0,55 Einheiten.

Hinweis

Gemeindeversammlung: Freitag, 23. November, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Schulhaus II.


Leserkommentare

Anzeige: