Klewenalp-Bahnen wollen Vertrauen zurück

BECKENRIED ⋅ Erstmals stellte der neue Verwaltungsrat der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG öffentlich seine Pläne und Visionen vor – und warb dabei auch für die dringend benötigten Darlehen.
10. November 2017, 07:22

Romano Cuonz

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«Wenn unsere Bergbahnen auch in Zukunft Wanderer und Wintersportler in die prächtige Bergwelt des Skigebiets Klewenalp-Stockhütte bringen sollen, brauchen wir dringend Darlehen von zwei Millionen Franken», erklärte Res Schmid als Präsident des neuen Verwaltungsrats der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG (BBE) an einer gut besuchten öffentlichen Veranstaltung in ­Beckenried. Am Dienstag in ­Beckenried und gestern Abend in Emmetten trat der neue, mit namhaften Persönlichkeiten besetzte Verwaltungsrat vor Einwohner und Korporationsbürger.

Immer wieder betonte Schmid, wie sehr es dem neuen Führungsgremium darum gehe, das in den letzten Jahren verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Viele Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden, seien künftig auszumerzen! «Wir ­wollen dieses Ziel mit einer ganz neuen Ausrichtung des Unternehmens und regelmässigen Informationen an Aktionäre und die Öffentlichkeit erreichen», versprach der SVP-Politiker. Schon gebe es für die Besetzung der Geschäftsleitung gute Bewerbungen. Wählen werde man den neuen Leiter aber erst 2018. «Zurzeit liegt neben der strate­gischen auch die operative Führung noch in den Händen des Verwaltungsrats», sagte Schmid. Allerdings könne man dabei auf eine wichtige externe Begleitung zählen. «Monika Walser, die schon das Möbelhaus de Sede wieder rentabel gemacht hat, fühlt uns ganz schön auf den Zahn», verriet Schmid.

Als wichtige strategische Zukunftsziele nannte er unter anderen: einen optimalen Einsatz des topmotivierten Personals, eine vor allem auch überregionale Stärkung des Marketings bis in den deutschen Raum. Und dann vor allem auch ein verbessertes Angebot für die acht Sommer­monate ohne Schnee. Und dies, wie Schmid betont, als Erlebnis für alle Altersgruppen. «Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18, das uns gute Zahlen bescheren wird, werden wir unsere neue Unternehmensstrategie und einen verbindlichen Businessplan unter Dach und Fach haben», stellte Schmid in Aussicht. Genau dies hat auch der Beckenrieder Bürger Hugo Murer (bis Ende September selber Mitglied im Verwaltungsrat der BBE und Landschreiber in Nidwalden) in seinem Antrag an die Gemeinde für die Gewährung eines verzinslichen Darlehens gefordert.

Ohne Unterstützung geht es nicht

Das Bundesamt für Verkehr forderte von der BBE eine Verstärkung der Fundationen und der Masten der Pendelbahn Beckenried–Klewenalp. Allein diese Sicherheitsmassnahmen verschlingen 1,2 Millionen Franken. Dazu soll mit 0,8 Millionen die Liquidität verstärkt werden. «Dies gewährt die vertraglich vereinbarten Rückzahlungen an bisherige Kreditgeber», erläuterte der für die Finanzen der BBE zuständige Oskar Amstad. Das Geld soll dank Darlehen von vier Partnern zusammenkommen: Die Gemeinde und die Korporation Beckenried steuern 0,75 und 0,55 Millionen bei. Die Gemeinde und die Korporation Emmetten 0,50 und 0,20 Millionen. «Sollten uns diese Darlehen verwehrt werden, müssten wir einschneidende Sanierungsmassnahmen wie die Einschränkung von Betriebszeiten, den Abbau von Dienstleistungen oder gar des Personals in Betracht ziehen», sagte Oskar Amstad. Von einem Konkurs ­allerdings sei das im Grunde ­genommen finanziell gut aufgestellte Unternehmen weit entfernt. Namentlich, wenn auch die Banken neu feste Vorschüsse von insgesamt 950000 Franken gewähren würden.

Kaum ein Risiko für Beckenried

Sowohl Beckenrieds Gemeindepräsident Bruno Käslin als auch Korporationspräsident Martin Ambauen betonten an der Informationsversammlung, wie wichtig es sei, diese Bahnen zu retten: Als touristisches Aushängeschild, als wichtiger Arbeitgeber und vor allem für die Korporation auch als Einnahmequelle. «Unsere Gemeinde steht dank Überschüssen finanziell so gut da, dass dieses Darlehen für uns kein eigentliches Risiko birgt», erklärte Bruno Käslin. Und Martin Ambauen meinte, dass auch die Korporation dafür kein Fremdkapital aufnehmen müsse. Das Ziel, neues Vertrauen zu gewinnen, hat der BBE-Verwaltungsrat mit der ­Information erreicht. Jedenfalls wurde im Saal keine Kritik laut. Nur konstruktive Vorschläge gab es. Etwa von Gerold Käslin, der eine noch breitere Abstützung der Bahn im Kanton vorschlug.


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