Buoholzbach soll Kantonssache werden

OBERDORF ⋅ Der Kanton soll die Federführung für den geplanten Schutzdamm übernehmen. Dafür braucht es den Segen von Oberdorf und Wolfenschiessen.
09. November 2017, 07:25

Der Buoholzbach richtete im ­August 2005 schwere Schäden im Industriegebiet Hofwald entlang der Gemeindegrenze von Wolfenschiessen und Oberdorf an. Dieses Ereignis soll sich nie mehr wiederholen – dank eines Schutz­damms mit einem Geschieberückhalteraum als Herzstück.

Um die Organisation und Zuständigkeit für das Projekt zu vereinfachen und die Massnahmen rasch realisieren zu können, haben die beiden Gemeinderäte von Oberdorf und Wolfenschiessen dem Regierungsrat den Antrag gestellt, das Projekt ab 2018 unter kantonale Führung zu stellen. Nach dem Okay des Regierungsrates müssen noch die Oberdorfer am 22. November und die Wolfenschiesser am 17. November an ihrer Gemeindeversammlung dem Antrag zustimmen. Damit würde der Landrat abschliessend über das Wasserbauprojekt und den Baukredit beschliessen.

Bis im Frühling 2018 soll das Auflageprojekt ausgearbeitet werden. Im besten Fall würde der Schutzdamm nach einer dreijährigen Bauzeit Ende 2021 in Betrieb genommen werden. Gerechnet wird mit rund 15 Millionen Franken reinen Baukosten. Daran beteiligen sich Bund, Kanton und die beiden Standortgemeinden. Der Kostenteiler ist noch nicht festgelegt.

Politische Gemeinde macht Steuergeschenk

Mit einer Punktlandung für 2018 rechnet der Gemeinderat Oberdorf in finanzieller Hinsicht. Budgetiert wird ein kleiner Aufwandüberschuss von 35 000 Franken – dies bei einem Aufwand und Ertrag von je rund 3,4 Millionen Franken. Finanzchef Christof Gerig spricht von einem ruhigen Zwischenjahr 2018. «Grössere Investitionen stehen im nächsten Jahr nicht an, dafür rechnen wir mit höheren Steuereinnahmen wegen des leichten Bevölkerungszuwachses und der verbesserten Arbeitsmarktsituation», erklärt er die positiven Aussichten. So wird mit Steuereinnahmen von 1,03 Millionen Franken gerechnet.

Am Steuerfuss von 0,35 Einheiten will der Gemeinderat trotz­dem festhalten, aber nur so viel Steuern einnehmen, wie es der Aufwand verlange. Dafür beantragt er einen Steuerrabatt von 0,1 Einheiten. Das heisst, der Bürger zahlt im nächsten Jahr faktisch nur 0,25 Einheiten. «Damit können wir dem Bürger dank des guten Jahresabschlusses 2016 mit einem Ertragsüberschuss von 813 000 Franken ­wieder etwas zurückgeben, ohne dass wir den Steuerfuss anpassen müssen», erklärt Christof Gerig mit Blick in die fernere Zukunft, wo er wegen verschiedener Investitionen mit steigenden Aufwandüberschüssen rechnet. «Darum ist der Gemeinderat der Ansicht, dass eine Steuersenkung nicht angebracht ist.»

Die Schulgemeinde rechnet für 2018 mit einem Aufwandüberschuss von 229 328 Franken (Aufwand rund 7,7 Millionen, Ertrag rund 7,4 Millionen Franken). Gemäss Finanzchefin Judith Imboden-Fellmann ist dieses Minus mit den stetig steigenden Kosten für die Bildung zu begründen. «Diese Aufwendungen sind kaum zu beeinflussen.» Trotzdem sei das prognostizierte Defizit gut vertretbar, dank des grossen Eigenkapitals. Eine Steuererhöhung sei für die nächsten zwei Jahre nicht vorgesehen. So soll der Steuerfuss bei 1,8 Einheiten belassen werden.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Gemeindeversammlung Oberdorf: Mittwoch, 22. November, 19.30 Uhr, Aula Schulhaus.


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