Feather and Stone: «Das Chäslager ist unser Zuhause»

STANS ⋅ Die junge Nidwaldner Band Feather and Stone taufte ihr Debütalbum. Sie nennen ihren Musikstil «Poetic Folk» – und der kam beim Publikum gut an.
10. Oktober 2017, 04:39

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

So prall gefüllt wie am Samstagabend ist das Chäslager wohl nicht jedes Wochenende. Die junge Nidwaldner Band Feather and Stone, bestehend aus Michael Leuthold (29), Helen Maier (27) und Joel Odermatt (26), gaben zur Taufe ihres Debütalbums ein wunderschön intimes Konzert. Fast schon hatte man das Gefühl, mit ihnen im Wohnzimmer zu sitzen. «Das Chäslager fühlt sich an wie unser Zuhause», erzählt Michael Leuthold, der singt und Gitarre spielt und auf der Bühne Michael Feather heisst. Zwei der begehrten CDs klebten sie unter die Stühle, um einen Götti und ein Gotti für das Album zu küren.

So gegensätzlich wie Feder und Stein sind auch die Songs der Band: Mal hatte man Lust, aufzustehen und das Tanzbein zu schwingen – wozu leider kein Platz war – und mal wollte man einfach die Augen schliessen und sich in den schönen Melodien verlieren. «Poetic Folk» nennen die drei ihre Musikrichtung und die schönen Texte, die meist von Joel Odermatt – Künstlername Joel Stone – oder Michael Leuthold geschrieben wurden, machen dem Namen alle Ehre. Doch auch Einflüsse von verschiedenen Richtungen wie Jazz oder Blues geben ihrer Musik eine unverkennbare Note.

Als Vorband spielten der Betriebsleiter des Chäslagers, Rene Burrell, und seine Frau Sarah Bowman als «Famous October». Mit Gitarre, Cello und beeindruckenden Stimmen leiteten sie den Abend ein.

Sie erfanden ihren ganz eigenen Sound

Joel Odermatt und Michael Leuthold oder mit Künstlernamen Michael Feather und Joel Stone sind beide in Stans aufgewachsen und kennen sich schon seit der Kindheit. Heute leben sie Luzern. «Als wir begonnen haben, zusammen Musik zu machen, liessen sich unsere sehr unterschiedlichen Stilrichtungen und Interessen bloss schwer zusammenführen. Mit der Zeit erfanden wir dadurch jedoch unseren ganz eigenen Sound», erinnert sich Odermatt, der am Samstag sang, Gitarre spielte und am Flügel sass. Seit vier Jahren sind sie zu zweit als «Lausbubenband» Feather and Stone unterwegs, vorwiegend mit Gesang und Gitarre. 2015 kam Helen Maier mit der Violine hinzu. Auch sie hat durch die Band ihr Gesangstalent entdeckt.

Im Sommer 2016 haben die Bandmitglieder, die nebenbei alle noch studieren, in der ehemaligen Pillow Song Loft die Aufnahmen für die CD gemacht. «Das war wirklich eine chaotische und anstrengende Woche, weil wir überhaupt keinen Plan hatten», bestätigt Michael Leuthold lachend. Sie hätten im Loft geschlafen und gegessen und nach der Hälfte der Zeit gemerkt, dass es für eine Albumaufnahme eben doch einen Plan brauche. So fragten sie kurzerhand Fabio Meier an, der bereits am nächsten Tag im Loft auftauchte und mit Perkussion alle Songs begleitete. Ebenfalls sehr spontan kam etwas später Adi Rohner mit dem Kontrabass dazu.

Perfektionisten mit eigenwilligen Köpfen

Mit ihnen traten Feather and Stone am Samstag erstmalig zu fünft auf. «Auch unseren Produzenten und Freund Carlo Sigrist haben wir wohl bis über die Schmerzgrenze gefordert», gesteht Joel Odermatt. Sie seien eben Perfektionisten und hätten alle eigenwillige Köpfe.

Gerade deswegen ist das neue Album vielleicht so vielschichtig gelungen. Mit Charme, Witz und wunderbarer Musik begeisterten die jungen Musiker das Publikum. Spätestens nach den zweiten Standing Ovations wurde klar: Das Chäslager liebt Feather and Stone und sie lieben das Chäslager.


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