Skiclub-Präsident Bruno Kaiser: «Das ist Wahnsinn! Unglaublich!»

NIDWALDEN ⋅ Marco Odermatt schreibt an der Junioren-WM in Davos Geschichte. Fans und Familie des Buochsers waren live dabei – und jubelten ganz besonders über die Goldmedaille in Odermatts Paradedisziplin, dem Riesenslalom.
06. Februar 2018, 18:40

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Bruno Kaiser, Präsident des Skiclubs Hergiswil, ringt um Fassung. «Die Tränen sind noch kaum getrocknet. Das ist Wahnsinn! Unglaublich! Wir sind alle sprachlos.» Soeben hat «sein» Fahrer Marco Odermatt an der Junioren-Weltmeisterschaft in Davos Geschichte geschrieben – schon wieder.

In seinem fünften Rennen an der Heim-WM gewann der Buochser am Dienstag sensationell zum fünften Mal Gold (siehe Seite 35). Und das im Riesenslalom, Odermatts stärkster Disziplin, in der er schon 2016 in Sotschi Junioren-Weltmeister wurde. «Das ist die Medaille, die er und wir alle wollten», freut sich Kaiser.

Der Druck stieg durch den Medaillenregen

50 bis 60 Nidwaldner seien für den Riesenslalom nach Davos gereist, so Kaiser. Neben Kollegen aus dem Skiclub und Mitgliedern aus Marco Odermatts Fanclub fieberte auch die Familie des 20-jährigen Rennfahrers mit. «Bei diesem Erfolg dabei zu sein, fühlt sich wunderschön an», meint seine Mutter Priska Odermatt. Der Druck sei durch die Medaillen der letzten Tage in der Kombination, im Super-G, in der Abfahrt und mit dem Team nicht etwa abgefallen, sondern gestiegen. «Wir kamen unbelastet nach Davos. Aber heute, in der Paradisziplin, erwarteten viele das fünfte Gold.» Dass es gereicht hat, mit 97 Hundertsteln auf den Zweitplatzierten gar mit viel Vorsprung, schreibt Priska Odermatt der mentalen Stärke ihres Sohnes zu. «Er kann sich unglaublich fokussieren und bleibt dabei sehr ausgeglichen.»

«Marco hat auf der Piste einfach den Killerinstinkt», fügt Bruno Kaiser an. Mit Erfolgen von Odermatt in diesem Ausmass hätte der Skiclub-Präsident trotzdem nicht gerechnet. Er kenne Marco, «seit er laufen kann. Aber für Erfolg im Leistungssport muss vieles zusammenstimmen, da kann einer noch so viel Talent haben.»

Eine grosse Rolle habe sicher die Unterstützung der Eltern gespielt. «Die war immer riesig.» Priska Odermatt stimmt zu: «Das Skifahren war ein Familienunternehmen, von klein auf.» Sportlich könne sie ihrem Sohn aber nichts beibringen, meint sie. «Ich fahre selber gar nicht Ski, das kommt vom Vater von Marco.»

Zuerst einmal den Erfolg geniessen

Malt sich Priska Odermatt nach dem Goldregen eine goldene sportliche Zukunft für ihren Sohn aus? «Wir nehmen eines nach dem anderen», bleibt sie pragmatisch. «Für mich als Mutter ist es immer am Wichtigsten, dass Marco gesund nach Hause kommt. Man muss realistisch bleiben, eine Verletzung kann es im Spitzensport schnell geben.»

Doch zunächst einmal gilt es, den Erfolg zu geniessen. Im Trubel nach dem Rennen habe sie Marco nur kurz umarmen können. «Es braucht sicher noch einige Tage, bis er realisiert, was er da erreicht hat», sagt Priska Odermatt. «Ich freue mich darauf, zu Hause mit ihm anzustossen.» Im heutigen Slalom tritt Marco Odermatt nicht an. «Zeit zum Ausruhen», bringt es Bruno Kaiser auf den Punkt.


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