Wiesenbergstrasse: Den Bäumen geht’s an den Kragen

DALLENWIL ⋅ Diverse Bäume an der Wiesenbergstrasse sind in einem schlechten Zustand. Deswegen werden sie seit Montag gefällt. Die Wiesenberger müssen deswegen erneut mit einer eingeschränkt befahrbaren Strasse leben.
07. Dezember 2017, 05:00

Matthias Stadler

matthias.stadler@nidwaldnerzeitung.ch

Man würde meinen, dass die Wiesenberger noch genug Bauarbeiten an der Verbindungsstrasse nach Dallenwil erdauern müssen. Bekanntlich wird die Wiesenbergstrasse seit diesem Jahr bis voraussichtlich 2042 jeweils im Sommer saniert (Aus­gabe vom 27. Oktober). Die Strasse ist dann zu gewissen Zeiten ­gesperrt. Jetzt kommen weitere Einschränkungen dazu. Denn oberhalb des Gebietes Gässli, nach dem ersten Drittel des Weges von Dallenwil nach Wiesenberg, werden nun Bäume ­gefällt. Die Stelle befindet sich ­direkt oberhalb der Wiesenbergstrasse.

Seit vergangenem Montag sind drei Forstwarte im steilen Gelände auf 800 Metern über Meer daran, 150 Eschen, Buchen, Ahorne und Fichten zu fällen. Diese stellen laut Revierförster Josef Odermatt eine Gefahr dar, da sie instabil seien und entsprechend schnell umstürzen und auf die Strasse wie auch auf Gebäude rutschen könnten. Deshalb ist im Abschnitt Abzweigung Oberwalli bis Heinzi noch bis am 22. Dezember mit Wartezeiten für Autofahrer zu rechnen. Zudem werden die Bäume im Januar abtransportiert, der genaue Termin ist witterungsabhängig. Dann wird es nochmals grössere Einschränkungen geben.

«Es geht um die Sicherheit der Strasse»

Die Frage drängt sich auf, weshalb diese Arbeiten nicht im Sommer durchgeführt wurden, als die Wiesenbergstrasse wegen der ­Sanierungsarbeiten sowieso gesperrt war. Josef Odermatt erklärt, dass die Strasse während der Sanierungsarbeiten für die Lastwagen, welche das Holz abtransportieren, zu eng ist. Zudem müsse ein Teil der Bäume in landwirtschaftlichem Land gefällt werden. Das geht im Sommer nicht, da dieses Land dann genutzt werde. Und da das Holz auf die Strasse transportiert und dort zwischengelagert werde, müsse der Abtransport ohne Einschränkungen gewährleistet sein. Zu ­guter Letzt sei es ein Sicherheitsrisiko, die Bäume zu fällen, wenn die Blätter immer noch an den ­Ästen seien. Josef Odermatt und ­Felix Odermatt, Uertevogt der Uertekorporation Dallenwil, wissen, dass die erneuten Einschränkungen nicht ideal sind: «Doch es geht um die Sicherheit.» Denn wenn das Holz aus dem Wald geseilt werde, könnten sich Steine lösen, welche auf die Strasse fallen könnten. «Jetzt können wir kontrollieren, wann die Bäume runterkommen. Würden wir die Arbeiten nicht durchführen, bestünde schon im nächsten Jahr bei starkem Wind ein grosses Risiko», führt Josef Odermatt aus.

Kosten werden von Bund und Kanton gedeckt

Vor Ort erklärt Forstwart Franz Niederberger, dass die Arbeit schön sei. «Aber sie ist auch anspruchsvoll.» Dies, weil die Bäume teils sehr hoch und dick sind und das Gelände sehr steil. «Wir müssen den Kopf immer bei der Sache haben.»

Um die Situation für die Wiesenberger einfacher zu machen, wurde in einem Whatsapp-Chat informiert, wann mit Einschränkungen zu rechnen ist. Momentan wird die Strasse nur dann kurz gesperrt, wenn die Forstwarte auch tatsächlich Bäume fällen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 50000 Franken. Etwa 30 Prozent davon sind laut Josef Odermatt durch den Verkauf des Holzes gedeckt. Rund 40 Prozent übernimmt der Bund. Für die restlichen 30 Prozent kommt der Kanton Nidwalden mit Schutzwaldpflegegeldern auf.


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