Grosser Aufwand – aber es hat sich gelohnt

OPEN AIR KLEWENALP ⋅ Weit mehr als 7000 Besucher strömten ans Open Air und genossen trotz frischer Temperaturen in friedlicher Stimmung ein qualitativ hochstehendes Programm.
18. Juli 2017, 08:04

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Etwas wärmeres Wetter hätte wohl weder Publikum noch die zahlreichen Camper, die in ihren Zelten übernachteten, gestört. Und das ist eigentlich auch schon alles, was am diesjährigen Open Air auf der Klewenalp hätte besser sein können. Aber die kühlen Temperaturen, mit denen man auf dem Berg halt einfach rechnen muss, wirkten sich weder auf den Publikumsaufmarsch noch auf die Stimmung aus. OK-Chef Paul Odermatt kann denn auch rundum zufrieden sein. «Wir durften am Donnerstag rund 1750 Gäste verzeichnen, und von Freitag bis Sonntag waren es an jedem Tag rund 1800 Personen. Zwar habe ich noch nicht alle Zahlen, aber ich bin ziemlich ­sicher, dass es auch finanziell aufgegangen ist.» Dies auch, weil man die Infrastruktur noch für andere Anlässe nutzen konnte.

Mehr eigenständiger, charaktervoller Country

Aufgrund der vielen Rückmeldungen aus dem Publikum kann Paul Odermatt auch sicher sein, dass die Gäste mit dem Programm zufrieden waren. Es hätte für jeden etwas dabei gehabt, sei oft erwähnt worden. Beim Country-Abend am Samstag war festzustellen, dass sich die Programmierung hin zum «echten» und traditionellen Country bewegt, weg von Schlager- und Pop-Country. Ganz beabsichtigt, sagt der Programmverantwortliche Martin Koch. «Wir möchten nicht Bands, die denken, sie müssten nur die altbekannten Country-Hits spielen. Ich suche eigenständige, charaktervolle Künstler. Das ist sehr gut gelungen. Das Programm war qualitativ wirklich hochstehend.» Auch die zahlreichen Line Dancers waren begeistert, die Tanzbühnen waren stets rappelvoll. So sei auch wieder der Ruf erklungen, wie früher schon am Freitag nur Country zu bringen. Das ist aber keine Option für die Veranstalter, das Konzept Alpen Rock hat sich bestens etabliert. Worüber sich Paul Odermatt und Martin Koch aber Gedanken machen, ist der Umstand, dass der letzte grosse Auftritt jeweils vor wenig Publikum stattfindet, weil sich die Leute – nicht zuletzt wegen der Temperaturen – ins Zelt zurückziehen. «Wir werden prüfen, ob wir insbesondere am Samstag die Headliner vorziehen und früher auf der grossen Bühne spielen lassen, dafür dann früher ins Zelt umziehen und die letzten Auftritte von «kleineren» Gruppen dort stattfinden lassen», sagt Paul Odermatt.

Auf der Klewenalp gibt es kein Abfallproblem

Oft gelobt wurde von den Gästen auch die Infrastruktur, von der Verpflegung über die sauberen Toilettenanlagen bis zur ständigen Abfallbeseitigung. Tatsächlich, wer die Abfallprobleme anderer Festivals kennt, staunte, wie sauber das Gelände stets war. Dazu haben auch die Camper auf der Klewenalp ihren Beitrag geleistet. «Der Zeltplatz wurde sehr sauber hinterlassen, die Leute haben alles mitgenommen oder an den vorgesehenen Orten deponiert», lobt Paul Odermatt. Mit einem Team von 15 Personen ist Odermatt nun daran, bis nächsten Freitag die ganze Infrastruktur wieder abzubauen. «Ein dickes Lob gilt allen unseren Angestellten und Helfern. Das war eine logistische Meisterleistung. Ohne ihren beispielhaften Einsatz hätten wir das nie stemmen können», betont Paul Odermatt.


Leserkommentare

Anzeige: