Buochs-Trainer Selver Hodzic «Der neue SCB wird Freude machen»

FUSSBALL ⋅ Das Debüt von Buochs-Trainer Selver Hodzic gelingt nur halbwegs: Gegen das Spitzenteam aus Münsingen kommen die Nidwaldner trotz Überlegenheit nicht über ein 0:0 hinaus.
08. August 2017, 04:38

Stephan Santschi

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«Die Mannschaft hat umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. In der ersten Halbzeit haben wir brutal Tempo gemacht, ich bin sehr zufrieden mit diesem ersten Spiel», sagte Trainer Selver Hodzic. Und Sportchef Nicolas Lambert fand nach dem Auftritt gegen Münsingen zum 1.-Liga-Auftakt: «Wir waren extrem dominant und spielten hinten sehr sicher.» Die Wortmeldungen der Buochser Exponenten fielen mit Blick auf das Geschehen etwas gar euphorisch aus. Aufzuarbeiten galt es nämlich nicht etwa ein Offensivspektakel mit vielen Toren und einem Heimsieg. Vielmehr war es ein 0:0 der müden Sorte, welches die 200 Zuschauer bei schwülen äusseren Bedingungen zu sehen bekamen. Die 94. und letzte Minute lief, als Münsingens Patrick Karrer einen Schuss von Kevin Kehrer abwehrte und damit die erste Goalieparade der gesamten Partie zeigte. Es war die einzige Buochser Chance in der zweiten Halbzeit, ihr gegenüber stand ebenfalls nur ein Abschlussversuch der Berner Gäste, geschehen in der 52. Minute, als ein Kopfball nach einem Eckball knapp neben dem Gehäuse landete.

Die positive Grundstimmung bei den Nidwaldnern hat aber nachvollziehbare Gründe. Nicht nur der Mann an der Seitenlinie ist nach dem Rücktritt von Erfolgscoach David Andreoli neu, auch im Kader gab es mit neun Zuzügen und sechs Abgängen einige Veränderungen. Dass da zu Beginn nicht alle Rädchen ineinandergreifen, ist verständlich. Und dann war da der FC Münsingen, eine Mannschaft von Format, die in den letzten beiden Jahren jeweils die Aufstiegsspiele erreicht hatte. Kurt Feuz, nunmehr in seiner 33. Saison als Münsinger Trainer, freute sich jedenfalls diebisch über den Punktgewinn – im Wissen, dass man damit das Optimum erreicht hatte. Seine Auswahl zwängte er in ein enges Defensivkorsett, Lust auf Angriff versprühte sie überhaupt nicht.

Dominant, aber (noch) mit wenig Kreativität

Die Buochser kamen so zu viel Ballbesitz und vor dem Seitenwechsel auch zu der einen oder anderen guten Abschlussmöglichkeit. Die beste hatte Lars Unternährer in der 14. Minute, als er den Ball nach einem schönen Durchspiel über links aus zentraler Position über das Tor setzte. Auf sich aufmerksam machte zwischendurch auch Patrik Gjidoda, der neue Keilstürmer. Er, der Torjäger Manuel Bucheli ersetzen soll, traf zwar nicht, deutete aber mit seiner körperlichen Robustheit und dem guten Gespür für den richtigen Laufweg seine Qualitäten an. Und hinten gefiel der neue Innenverteidiger Emanuele Guidotti durch konsequente und schnörkellose Abwehrarbeit, womit er sinnbildlich für den defensiv soliden Auftritt der Nidwaldner stand. Insgesamt machten sie aus ihrer optischen Überlegenheit gegen einen sehr defensiven Gegner aber zu wenig, phasenweise verfiel man gar dem Ballgeschiebe und leistete sich Tändeleien. «Wir können sicher kreativer werden. Dafür brauchen wir noch etwas Zeit», befand Sportchef Lambert, der sich diesbezüglich auf den Einbezug des am Samstag noch nicht verfügbaren, technisch beschlagenen Mittelfeldspielers Michel Da Costa freut.

Für den 38-jährigen Selver Hodzic war es dabei das Debüt als Cheftrainer im Aktivfussball. Der ehemalige Profi mit Champions-League- (FC Thun) und Auslanderfahrung (Bnei Yehuda, Israel) wechselte in diesem Sommer als Juniorentrainer des FC Luzern nach Buochs, zuletzt war er für die U13-Equipe verantwortlich gewesen. «Während zweier Jahre haben wir fast alle Spiele gewonnen», berichtet er. Letzte Saison trafen seine Junioren in 19 Spielen 274 Mal, einmal lautete das Skore gar 30:2. «Irgendwann wird es da langweilig.» Hodzic spürte, dass es Zeit war für den nächsten Karriereschritt. Buochs, für das er unter Trainer Goran Pekas während sechs Monaten noch selber gespielt hatte, wählte er wegen dessen Bereitschaft zur Entwicklung von ­jungen Spielern und der Liebe zum dominanten Offensivfussball. «Der neue SCB wird Freude machen», verspricht Hodzic.

Buochs – Münsingen 0:0

Seefeld. – 200 Zuschauer. – SR Werder. – Buochs: Blättler; Fabian Nickel, Guidotti, Diethelm, Haldi; Bühler (75. Haxhimurati), Tobias Nickel, Tanushaj, Unternährer (87. Kehrer); Lambert (92. Kirschenhofer); Gjidoda. – Münsingen: Karrer; Strahm, Mumenthaler, Schenkel, Thalmann; Murina, Enzinger (14. Funaro); Christen (80. Rothen), Dreier, Hubacher (87. Wittmer); Lavorato.


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