Der Wolf zieht durch Nidwalden

NIDWALDEN ⋅ In Buochs und Wolfenschiessen wurde ein Wolf gesichtet. Die DNA-Beweise stehen noch aus. Vermutlich ist es aber dasselbe Tier, das im Sommer in Obwalden 10 Schafe riss.
20. Dezember 2017, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Am Freitag, 15. Dezember, wurde im Gebiet Münchmatt unweit der Kantonsstrasse in Wolfenschiessen ein Wolf gesichtet. Dies bestätigt Fabian Bieri, Abteilungsleiter Jagd, auf Anfrage. «Ein Landwirt hat das Tier am frühen Morgen gesehen. Es wurde Kot zur DNA-Analyse eingeschickt. Wir vermuten, dass es ein Wolf ist.» Sicherer sei man sich bei einer Sichtung vom vorangehenden Donnerstag, 14. Dezember, im Gebiet Stöckmatt in Buochs. «Das Tier lief nachts am Waldrand direkt vor dem Auto des Wildhüters über die Strasse. Es war mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ein Wolf.» Auch hier sei Urin zur DNA-Probe geschickt worden. Am 12. Dezember hatte zudem ein freiwilliger Obwaldner Jagdaufseher im Gebiet Obermatt unterhalb von Engelberg einen Wolf gesichtet.

Schaf in Dallenwil starb eines natürlichen Todes

Ob es jedes Mal der gleiche war, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, so Bieri. «Aber wir vermuten es. Es ist seit Monaten ein Wolf zwischen Bern, Nid- und Obwalden unterwegs. Ein Wolf kann im Sommer in einer Nacht bis 60 Kilometer zurücklegen.» Im Winter seien es weniger, wobei die Schneehöhe eine entscheidende Rolle spiele. «Daher hält sich der Wolf auch eher in tieferen Lagen auf.» Man habe keine Hinweise auf zwei Wölfe oder gar auf ein Rudel. Bei dem Wolf dürfte es sich daher um das gleiche Tier M74 handeln, das Mitte Oktober im Kernwald in Kerns auftauchte und das Ende August auf zwei Alpen im Melchtal insgesamt 10 Schafe riss (wir berichteten). Nicht bestätigt habe sich der Verdacht auf einen Wolfsriss Ende Oktober in Ribistalden (Dallenwil), sagt Fabian Bieri. «Wie sich herausstellte, war ein Schaf eines natürlichen Todes gestorben und wurde dann von einem Fuchs angefressen.»

Die neuesten Wolfssichtungen hätten nicht im Siedlungsgebiet stattgefunden, so Bieri. Im Winter ernähre sich der Wolf vor allem von Wild. «Er nimmt, was er mit möglichst wenig Aufwand erwischt.» Der Wolf könne jedoch auch einmal 14 Tage hungern. Schafe seien nicht sein Hauptbeutetier. «Sie sind Zufallsrisse, wenn sich die Gelegenheit ergibt.».


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