Die drei Bisherigen nominiert

STANS ⋅ Die drei CVP-Regierungsräte Karin Kayser-Frutschi, Othmar Filliger und Josef Niederberger treten an den Regierungsratswahlen 2018 wieder an. Sie gaben an der Nominationsversammlung einen Einblick in ihre Arbeit.
04. Dezember 2017, 05:00

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

An der von mehr als 100 Mitgliedern besuchten Nominationsversammlung der CVP Nidwalden gab Präsidentin Theres Rotzer am Freitagabend im Hotel Engel in Stans den Wahlslogan «CVP ein sicherer Wert» bekannt. Ein sicherer Wert sind auch ihre drei Regierungsräte, die sich einer Wiederwahl im März 2018 stellen und von den Mitgliedern an der Versammlung einstimmig ins Rennen geschickt wurden.

Davor berichteten Karin Kayser-Frutschi, Othmar Filliger und Josef Niederberger über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Nidwaldner Regierung und stellten sich in einem Podiumsgespräch den Fragen von Fraktionschef Bruno Christen. Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung mit Juitz und Liedern von Solojodlerin Petra Gander.

Vollzug mit Freude und Augenmass

«Ich habe das Gefühl, ich bin noch nicht ganz auf dem Gipfel der Politik angekommen», sagte Karin Kayser zu Beginn der Podiumsrunde. Sie sei glücklich in ihrer Funktion, und es sei für sie eine grosse Freude, wenn sie in den nächsten vier Jahren weitermachen dürfe. «Was uns am meisten beschäftigt, ist der Vollzug der Gesetzgebung, die uns der Landrat oder der Bund auferlegt», berichtete die Justiz- und Sicherheitsdirektorin über ihre Aufgabe. «Es sind Geschäfte aus dem Alltag. Denen möchte ich mit Motivation, Freude und vor allem mit Augenmass gegenüberstehen.» Ein wichtiger Auftrag vom Bund sei die ganz Notfallplanung bezüglich Asylwesen. Wenn es so kommt, wie vom Bundesamt für Migration geplant, «sind wir in Nidwalden mit unserem System parat».

Handwerksbetriebe als Rückgrat

Einer seiner Höhepunkte sei das Bürgenstock-Resort, das nun Schritt für Schritt in Betrieb genommen werde, sagte Othmar Filliger. «Plötzlich haben wir den zweitgrössten Arbeitgeber.» Doch neben den beiden Lokomotiven Pilatus und Bürgenstock werde das übrige Gewerbe oft vergessen. «Wir haben hervorragende Handwerksbetriebe, die auch Aufträge ausserhalb des Kantons erledigen. Aus meiner Sicht sind sie immer noch das Rückgrat in Nidwalden.» Im Gespräch mit Bruno Christen erwähnte der Volkswirtschafts­direktor Kontakte mit Firmen, aber auch die sehr gut Wirtschaftslage in Nidwalden. «Das zeigt die sehr tiefe Arbeitslosigkeit, die unter 1 Prozent liegt.» Demgegenüber stelle Othmar Filliger fest, dass der Wettbewerb unter den Parteien schärfer geworden sei.

Politik und Wirtschaft gehören zusammen

Nach seiner Wahl vor zwei Jahren sei er sogleich ins kalte Wasser geworfen worden, berichtete Josef Niederberger und fügte an: «Ich konnte einige Knöpfe lösen, die hängen geblieben waren.» Dabei nannte der Baudirektor die Sanierung der Obbürger- und der Kehrsitenstrasse. Bei Letzterer stieg der Kredit von anfänglich 7 auf 17 Millionen Franken. Als weiteren Brocken nannte er die Revision des Baugesetzes: «Das sollte an der letzten Sitzung in dieser Legislatur vom Parlament verabschiedet werden.» Es komme für ihn nicht in Frage, eine ruhige Kugel zu schieben, wie Moderator Bruno Christen ansprach. Er sei schon in der Politik gewesen, als er sein Geschäft führte. «Politik und Wirtschaft gehörten für mich immer zusammen. Ich bin froh, dass ich mich nicht zurücklehnen muss», so das Fazit des Regierungsrats.

«Es gibt keine schönere Zeit für einen Politiker als der Wahlkampf», sagte schliesslich Gerhard Pfister, Präsident der nationalen CVP. Pfister zeigte sich in Stans kampfbewusst und machte klar: «Wir sind die echte Volkspartei. Wir müssen dorthin gehen, wo die Probleme der Bevölkerung sind.» Dazu bietet sich in den nächsten Monaten während des Wahlkampfs wohl reichlich Gelegenheit. Wahlkampfleiter Mario Röthlisberger stellte fest, dass die CVP am meisten Gemeinderäte im Kanton Nidwalden stellt. Um bei den kommenden Wahlen die Anzahl Landräte zu erhöhen, wünscht er sich vermehrte Listendisziplin.


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